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Schulprogramm

HOFFBAUER STIFTUNG

Schulprogramm

Evangelisches Gymnasium Hermannswerder mit Internat

Staatlich anerkanntes Gymnasium mit offenem Ganztagesangebot in Trägerschaft der Hoffbauer gGmbH


Potsdam–Hermannswerder, im November 2007


Zum Geleit

„ Evangelische Bildung hilft Menschen zu werden, was sie sind: Ebenbilder Gottes, deren Bestimmung die verantwortliche Wahrnehmung ihrer Freiheit ist. Evangelische Bildung geht damit über das bloße Bemühen um eine Ausbildung für die gesellschaftlichen Erfordernisse und eine Anpassung an sie hinaus. Evangelische Bildung meint den ganzen Menschen, der auf der Grundlage des christlichen Glaubens Subjekt seiner eigenen Lebensgeschichte werden kann und zur Verantwortung für andere befähigt werden soll“ (aus : Salz der Erde- das Perspektivprogramm der EKBO). Wie sich dieser hohe Anspruch im wirklichen Schulleben realisiert, haben die beteiligten Gruppen der Schulgemeinde – Schulleitung, Eltern, Schüler, Lehrer und Trägervertreter in einem Schulprogramm für das Evangelische Gymnasium Hermannswerder niedergelegt. Das Programm will nicht nur Lernprozesse- und methoden nachvollziehbar machen und mit inhaltlichen Akzentsetzungen im Unterrichtsgeschehen und im Nachmittagsbereich Profil zeigen. Das Schulprogramm ist auch insofern eine Werbung als die Akteure ein Dokument wechselseitiger Wertschätzung vorgelegt haben. Das Schulprogramm informiert über Lehrplan und Tagesablauf und es lässt in bezug auf die Anforderungen an die Wissensvermittlung in der Wissensgesellschaft keinen Zweifel am hohen Niveau der Schule zu. Das Schulprogramm lässt aber eben auch „tief blicken“ in die Werkstatt für den Erwerb der Fähigkeit, von der Freiheit Gebrauch zu machen und Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur unter den Kapiteln Leitbild und Leitsätze, sondern auch zwischen den Zeilen kann man etwas vom fächerübergreifendem Geist der Schule lesen. Dieser wird wesentlich davon bestimmt, dass die Mitglieder der Schulgemeinde ihre Schule als Bildungsstätte des christlichen Menschenbildes betrachten. Dazu gehört der Respekt vor der unverwechselbaren Einzigartigkeit der Schüler- und der Lehrerpersönlichkeit ebenso wie das Postulat, dass in jedem Mitmenschen Gottes Ebenbild zu achten ist. Das Praxisfeld dafür ist das gelebte Leben im Unterricht, auf dem Sportplatz, im Internat und während der Orchesterprobe. Absolventen des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder verlassen unsere Schule nicht nur informiert, sondern auch orientiert. Ich gehe noch weiter: Diese Schule hat Lebensfreude in ihrem Programm. Ich danke allen Autoren und gratuliere zu einem gelungenen Gemeinschaftswerk. Dem schönen Text wünsche ich eine weite Verbreitung in der Kirche und weit darüber hinaus unter Eltern, Schülern und anderen Bildungsexperten. Für die Umsetzung im laufenden Schulbetrieb wünsche ich von Herzen, dass Gott die Mühe segnet. Die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz betrachtet in ihrem Perspektivprogramm Bildung in evangelischer Perspektive als eines ihrer wichtigsten Handlungsfelder. Sie sieht im dem vorliegenden Schulprogramm des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder ein ermutigendes Beispiel guter Praxis.


Hans-Ulrich Schulz
Generalsuperintendent der Landeskirche
Vorsitzender des Kuratoriums der Hoffbauersiftung

Vorwort

Das vorliegende Schulprogramm des Evangelischen Gymnasiums Potsdam-Hermannswerder ist der Ertrag einer langen und sehr fruchtbaren Arbeit. Vor über vier Jahren hatte eine Steuergruppe auf Initiative der damaligen Schulleitung mit einer ersten Bestandsaufnahme des schulischen Lebens begonnen und Ziele und Arbeitsschwerpunkte definiert. An den ein Jahr später eingerichteten Arbeitskreisen waren alle Gruppen der Schule, d.h. die Lehrerinnen und Lehrer, die Schülerinnen und Schüler, die Eltern und die Vertreter des Schulträgers in vielfältiger Weise beteiligt. In den Jahren 2004 und 2005 wurden insgesamt 6 Arbeitstagungen durchgeführt. Aus dieser intensiven Arbeit erwuchsen nach und nach Ideen und Konzepte, die heute wichtige und tragende Elemente des Profils unserer Schule darstellen, wie das evangelische Leitbild, der offene Ganztagsunterricht mit einer Fülle aus Arbeitsgemeinschaften und Förderangeboten, das diakonische Praktikum der Klasse 11, die Methodentrainingstage und zuletzt das Konzept einer musisch-künstlerisch orientierten Leistungs- und Begabungsklasse ab dem 5. Schuljahr. Insofern beinhaltete diese Schulprogrammarbeit von Beginn an nicht nur eine Beschreibung des status quo, sondern war im originären und besten Sinne Schulentwicklung. Ein solches Programm leistet zunächst einmal eine interne Selbstverständigung über die allgemein-gymnasialen und die spezifischen Lernziele der eigenen Schule, was nicht zu unterschätzen ist. Es stiftet Identität und Gemeinschaft. Es unterbreitet sodann Schülern und Eltern ein verlässliches Angebot, das sich von anderen weiterführenden Schulen erkennbar abhebt und so eine Grundlage für die Schulentscheidung sein kann. Schließlich ist es der Ausgangspunkt für die weitere Schulentwicklung, deren Aufgaben auf den letzten Seiten angedeutet werden. Ich selbst konnte als neuer Schulleiter erst in der redaktionell verbessernden und ergänzenden Schlussphase an den Programmformulierungen teilnehmen. Dabei wurde mir immer wieder deutlich, wie durchdacht und umfassend das Programm angelegt ist und wie es die eben genannten drei Funktionen in hervorragender Weise erfüllt. Ich danke allen, die an dem Diskussions- und Entscheidungsprozess der vierjährigen Schulprogrammarbeit beteiligt waren, ganz herzlich für ihre Kreativität, ihr Engagement und ihre Ausdauer. Ebenso danke ich allen, die wichtige Textbausteine beigetragen haben. Mein besonderer Dank gilt Frau Dr. Martinez-Moreno und Herrn Dr. Ackermann, die gemeinsam mit mir bis zuletzt die keineswegs leichte integrative und redaktionelle Arbeit in vielen Zusatzstunden bis zum erfolgreichen Abschluss vorangetrieben haben. Das Programm ist eine sehr gute Basis für unsere didaktische und pädagogische Arbeit und macht unsere Schule in der Potsdamer Schullandschaft unverwechselbar.


Wolfram Pfeiffer
Schulleiter
Potsdam-Hermannswerder, im November 2007

Inhalt

1 Das Evangelische Gymnasium – eine Schule mit Internat
5
1.1 Geschichte, Entwicklung und geographische Lage
5
1.2 Ein profiliertes Gymnasium in der Schullandschaft Brandenburgs und Berlins
6
1.3 Die Menschen in Schule und Internat
7
2 Unser Leitbild
8
3 Profil und fachspezifische Ausprägungen
10
3.1 Evangelisches Profil
10
3.2 Inhaltliche Schwerpunkte
11
4 Das Internat
13
5 Pädagogisches Konzept
15
5.1 Sachkompetenz
15
5.2 Lernkompetenz
16
5.3 Soziale und personale Kompetenz
16
6 Der Unterricht
18
6.1 Die Unterrichtsfächer bzw. Fächergruppen
18
6.2 „Offene Schule“ – Ganztagsprogramm
26
6.3 Unterrichtsorganisation (zeitliche Struktur, Stundentafel, Fremdsprachenfolge, Wahlpflichtbereich, Kursangebote)
29
6.4 Klassen für besonders begabte Schülerinnen und Schüler
32
6.5 Aufnahmeverfahren und Schulabschlüsse
34
7 Unterrichtsmethoden (Methodentrainingstage)
35
8 Unterrichtsbegleitende und –ergänzende Schwerpunkte
37
8.1 Schulpraktika
37
8.1.1 Betriebspraktika
37
8.1.2 Diakonisches Praktikum
37
8.2 Schüleraustausch
38
8.3 Schulfahrten
39
8.4 Theaterprojekt
39
8.5 Schülerzeitung
40
9 Kulturelles und sportliches Leben
41
10 Schulische Gremien der Mitwirkung
43
11 Kooperationen
44
11.1 Kooperationspartner
44
11.2 Förderverein und Alumniarbeit
45
12 Evaluation und Fortschreibung des Programms
46

1 Das Evangelische Gymnasium – eine Schule mit Internat

1.1 Geschichte, Entwicklung und geographische Lage

Die Legende vermeldet, das Potsdamer Fabrikantenehepaar Clara und Hermann Hoffbauer sei nach einer Orientreise, in deren Verlauf Hermann Hoffbauer erkrankte und Kaiserswerther Diakonissen ihn pflegten, zu einem wohltätigen Werk bewogen worden. Tatsache ist, dass das Ehepaar Hoffbauer über längere Zeit an dem Plan arbeitete, eine Stiftung zur Erziehung elternloser Mädchen zu begründen. In weiteren Einrichtungen der Stiftung sollten alte und kranke Menschen gepflegt werden. Clara Hoffbauer arbeitete nach dem Tode ihres Mannes (1884) an der Verwirklichung einer solchen karitativen Stiftung, die von den Eheleuten bereits 1878 in einem gemeinsamen Testament verfügt worden war und das Hoffbauersche Vermögen zur Grundlage haben sollte.

1901 wurde die Hoffbauer-Stiftung gegründet und mit der pädagogischen Arbeit begonnen. Die ersten Einrichtungen waren eine Schule und ein Internat für elternlose Mädchen. 1909 wurde die Neue Schule (Oberlyzeum) als Höhere Mädchenschule und Höheres Lehrerinnenseminar eingeweiht. Seit 1925 war es möglich, an dieser Schule das Abitur abzulegen. Es existierten weiterhin eine Frauenschule für Hauswirtschaft sowie eine vierklassige Grundschule.
In der Zeit der NS-Diktatur bestand die Schule weiterhin, wurde jedoch dem staatlichen System angepasst. Die Stiftung verlor im Rahmen der Gleichschaltungsbemühungen ihre evangelische Ausrichtung. Bei den Bombenangriffen auf Potsdam 1944 erlitten die Stiftungsgebäude schwere Schäden, die Schule büßte ihr Grundschulgebäude und die Turnhalle ein.
1945 besetzte die Rote Armee alle Schulgebäude auf Hermannswerder mit Ausnahme des ehemaligen Oberlyzeums. Als dann auf Weisung der sowjetischen Militäradministration der Schulunterricht wieder aufgenommen wurde, galt nunmehr die Anordnung: Jungen und Mädchen gemeinsam. Es war nur ein kurzer Aufschwung, schon 1948 wurde die Oberschule auf Hermannswerder durch staatliche Verfügung aufgelöst und die Schüler und Lehrer auf andere Potsdamer Schulen verteilt. Eine Grundschule in staatlicher Regie blieb bis 1985 zur Miete, inmitten einer kirchlich-diakonischen Einrichtung.
Als es mit der Oberschule Hermannswerder nicht mehr weiterging, konnte der Kuratoriumsvorsitzende, Generalsuperintendent Braun, der sowjetischen Militäradministration die Zustimmung zur Gründung eines Kirchlichen Seminars abringen. Es sollte künftigen kirchlichen Mitarbeitern (zuerst nur jungen Männern, später auch jungen Frauen) eine Allgemeinbildung vermitteln, wie sie für das Studium der Theologie, der Kirchenmusik oder auch für andere kirchliche Berufe gebraucht wurde. So wurde 1950 das Kirchliche Oberseminar (KOS) gegründet, eine Einrichtung, die nicht Schule sein durfte, aber faktisch nichts anderes als eine kirchliche Schule war. Mehr und mehr entwickelte sich dieses Seminar zu einem „Geheimtipp“ für die, die wegen ihrer kirchlichen Einstellung keinen Zugang zum Abitur an einer staatlichen Schule fanden. Inmitten der Wüste eines ideologisch reglementierten Bildungswesens war das KOS eine Oase geistiger Freiheit. An ihm wurden die sonst so vernachlässigten alten Sprachen gründlich gelernt. An ihm war musische Bildung genauso wichtig wie mathematische. Auch Religion und Philosophie gehörten zu den Unterrichtsfächern. Seit 1990 wurde die in Hermannswerder abgelegte Sonderreifeprüfung auch rückwirkend als allgemeine Hochschulreife anerkannt.
Nach dem Ende der DDR galt es, die Erfahrungen dieser Bildungsarbeit in eine zu erneuernde Schullandschaft einzubringen. Am 27. 10. 1990 wurde das Evangelische Gymnasium Potsdam-Hermannswerder mit Internat als erste Schule in evangelischer Trägerschaft in den neuen Bundesländern gegründet, 1996 erhielt die Schule ihre staatliche Anerkennung. Damit sind ihre Abschlüsse uneingeschränkt anerkannt und sie erhält entsprechend den geltenden Regelungen staatliche Zuschüsse.
Im Jahre 2005 wurde dem Internat die staatliche Zulassung im Sinne der Ausbildungsförderung zuerkannt, d.h. die hier lebenden Schülerinnen und Schüler können BaföG erhalten. In einem ehemaligen Gutshof auf der Insel Hermannswerder in Potsdam hat die Hoffbauer-Stiftung einen attraktiven Internatscampus geschaffen. Hier leben und lernen bis zu 60 Schülerinnen und Schüler, die in insgesamt drei Häusern mit fünf überschaubaren pädagogischen Wohneinheiten untergebracht sind.
In Fortführung des Stiftergedankens bietet das Internat des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder ein Gesamtkonzept von Bildung und Erziehung in evangelischer Tradition. Christliche Wertevermittlung steht dabei im Vordergrund, Mitbestimmung und eine gesellschaftliche Präsenz der Jugend im öffentlichen Leben wird aktiv befördert. Seit dem 1. August 2006 ist das Gymnasium in der Trägerschaft der Hoffbauer gGmbH, in der alle Schulen der Hoffbauer- und der Stephanus-Stiftung zusammengeführt wurden.

Der glücklichen Wahl von Clara Hoffbauer, ihr Vorhaben auf der Potsdamer Insel „Tornow“ zu verwirklichen, verdankt unser Gymnasium seine besondere Lage. Der 1909 errichtete Backsteinbau des Schulgebäudes (Eichenhaus) war Bestandteil eines Gesamtensembles aus fünf im Stil identischen Gebäuden, die nach den Planungen Clara Hoffbauers errichtet wurden. Deren Lage auf der Insel in unmittelbarer Nähe zur Kirche verleiht dem Ganzen einen campusartigen Charakter. Die nach dem Ehemann Claras Hermannswerder benannte Insel selbst liegt inmitten der weitverzweigten Seen- und Flusslandschaft der Havel. Diese schöne Landschaft prägt die Schule und trägt wesentlich dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler gerne auf die Insel kommen. Auch für Unterricht und Freizeitgestaltung wird diese besondere Lage genutzt. Das Gymnasium hat einen Bootssteg am Schulhof und einen Rudersteg an der Havelseite der Insel. Der Schulhof mit seiner Lage zwischen Schulhaus und Hinterkappe des Templiner Sees bietet vielseitige Möglichkeiten zur Erholung und für sportliche Aktivitäten.
Ein weiterer Vorteil dieser Insellage besteht darin, dass man sich einerseits sehr nahe am Potsdamer Stadtzentrum befindet, andererseits auf der Insel eine Park- und Naturlandschaft vorfindet, die ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat. Sie ist zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit der Fähre oder per Bus und Auto zu erreichen. Auch ihre Anbindung an das ins Umland reichende Radwegenetz macht die Schule für viele Randgemeinden Potsdams interessant.


1.2 Ein profiliertes Gymnasium in der Schullandschaft Brandenburgs und Berlins

Wenn Brandenburg und Berlin auch zwei eigenständige Bundesländer sind, so ist doch durch die besondere Lage der Landeshauptstadt Potsdam an der Peripherie Berlins eine fast zusammenhängende Bildungsregion entstanden. Das gilt neben dem Hochschulbereich auch für die weiterführenden Bildungsgänge der Schulen in einem vielfältigen Angebot mit unterschiedlichsten pädagogischen Konzeptionen.

Das Evangelische Gymnasium hat innerhalb dieser Schullandschaft seinen besonderen, unverwechselbaren Platz. Zum einen ist es ausgezeichnet durch seine Lage auf der Insel Hermannswerder mit dem einzigartigen Flair eines Ensembles aus historischen Gebäuden und der Havelseen-Landschaft. Zum anderen hat sich der Träger, die Hoffbauer gGmbH (mit ihren Gesellschaftern Hoffbauer- und Stephanus-Stiftung), in Berlin und Brandenburg zu einem gewichtigen Bildungsträger evangelischer Schulen entwickelt, der neben dem Gymnasium auch berufliche Schulen, Grundschulen, Förderschulen, Kindertagesstätten, Beratungsstellen etc. betreibt.

Mit seiner christlichen Ausrichtung, insbesondere dem Religionsunterricht als ordentlichem Lehrfach, ist unser Gymnasium eine bevorzugte Adresse für viele Potsdamer geworden. Sie schätzen das gute Miteinander an der Schule, vielfältige musische Aktivitäten, die offene und geistig anregende Atmosphäre. Sie schätzen ferner den klaren gymnasialen Leistungsanspruch in allen Fächern. Nicht zu vergessen ist das altsprachliche Angebot mit Latein und Griechisch, das die Schule auch für Berliner interessant macht. Außerdem gibt es attraktive außerschulische Angebote, die für einen Teil der Sekundarstufe I (Klassen 7 bis 10) in einem offenen Ganztagsprogramm eingebunden sind. Mit seinem Internat hält das Evangelische Gymnasium ein Angebot von landesweiter Bedeutung bereit: Wer auf dem Land lebt, braucht auf gute Bildung für seine Kinder nicht zu verzichten, auch wenn das ländliche Schulnetz mangels Schülern mehr und mehr ausdünnt.


1.3 Die Menschen in Schule und Internat

In der Schule kommen unterschiedliche Menschengruppen zusammen, die im Schulleben verschiedene Rollen innehaben. Zuerst sind die Schülerinnen und Schüler zu nennen (über 700), die z.Zt. größtenteils nach sieben Jahren, künftig nach sechs Jahren das Haus wieder verlassen. Für Kontinuität sorgt das mehr als 60 Personen zählende Lehrerkollegium. Es setzt die Ziele unseres Gymnasiums auf möglichst hohem fachlichen und pädagogischen Niveau um und gibt den Jugendlichen die Chance zu einer ihren Anlagen gemäßen Entwicklung. Im Internat wird dieses Engagement von den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fortgeführt. Nicht zu vergessen ist das Mitarbeiterteam unserer Schule (bestehend aus einer Sekretärin, einer Bibliothekarin und einem Hausmeister), das im Hintergrund das reibungslose Funktionieren sichert. Wenn hier auch als letzte genannt, so sind doch die Eltern unserer Schülerinnen und Schülern ein wichtiger Partner im schulischen Miteinander. Sie begleiten und unterstützen in vielfältiger Weise die Arbeit des Kollegiums.

Das Leben in der Schulgemeinschaft des Gymnasiums soll dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler zu einem am christlichen Glauben orientierten Lebensverständnis finden und so zur Annahme der eigenen Person, zur Offenheit im Umgang mit anderen Menschen und zu verantwortlichem Handeln in Gesellschaft, Politik und Kirche befähigt werden. In dieser Gemeinschaft verstehen sich alle Pädagoginnen und Pädagogen des Gymnasiums und des Internats zugleich als Lernende und sind darauf bedacht, auch den Eltern Anteil an dieser Gemeinschaft zu geben.

Der Unterricht ist Bestandteil des Lebens in der Schulgemeinschaft, in der alle daran Beteiligten auf der Basis christlicher Geschwisterlichkeit voneinander lernen und miteinander leben.


2 Unser Leitbild

Das Evangelische Gymnasium lebt in der Tradition und als Glied der Schulgemeinschaft der Hoffbauer-Stiftung und ist Schule aus dem Geist des Evangeliums.

Leben aus dem Geist des Evangeliums heißt:

- Gnade erfahren

Gottes Gnade ist ein Geschenk. Niemand kann sie verdienen oder erarbeiten. So sehen wir den Menschen: zuerst von Gottes Gnade beschenkt, danach zu eigenem Tun herausgefordert.
Wir wissen: nur wer Gutes empfängt und dessen inne wird, kann sich die Forderung zu Eigen machen, selbst Gutes zu tun.


- Freiheit leben

Das Evangelium ist eine befreiende Botschaft – befreiend von falscher Abhängigkeit oder Bindung und befreiend zu einem Denken und Handeln im Geist der Nächstenliebe.
Wir wissen: Christliche Freiheit schließt Emanzipation ein, ihr Ziel aber bleibt die Hinwendung zum Mitmenschen im Geist der Liebe Jesu Christi. In besonderem Maße muss Schule „Spielraum der Freiheit“ sein.


- Verantwortung übernehmen

Das Evangelium leitet uns an, Verantwortung zu übernehmen.
Wir wissen: Für alle pädagogische Arbeit ist es das Ziel, Verantwortungsbereitschaft und Verantwortungsfähigkeit des jungen Menschen zu stärken. Als Pädagoginnen und Pädagogen übernehmen wir Verantwortung und lassen uns selbst darin vom Evangelium anleiten.


- Vielfalt gestalten

Das Evangelium lehrt uns, die Vielfalt menschlicher Individuen zu sehen und zu respektieren.
Wir wissen: Jeder ist anders, aber keiner ist ohne Begabung. Unterschiede gilt es im Frieden auszuhalten und schließlich als Reichtum zu verstehen. Dass nicht jeder alles gleich gut kann, fordert zu einem Zusammenwirken aller nach dem Maß ihrer Kräfte und der übernommenen Verantwortung heraus. In gelebter Vielfalt will der Geist des Evangeliums als einigendes Band erfahrbar werden.


Für unsere tägliche Arbeit leiten sich daraus folgende Leitsätze ab:

Erziehung und Bildung erfolgt vom Evangelium her.

Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes und einzigartig.


  • Bildung ist eine ganzheitliche Aufgabe, sie schließt Seelsorge ein. Christliche Bildung ist auch Herzensbildung.
  • In der Schule gilt es, die Begabungen eines Jeden zu entdecken und zu entwickeln. Leistungen sind wichtig, entscheiden aber nicht über die Würde des Menschen.
  • In der Aufnahme der Überlieferung, in der Gestaltung gegenwärtiger Wirklichkeit und in der Erarbeitung verantworteter Zukunftsentwürfe machen wir Gebrauch von der besonderen Gestaltungsfreiheit einer Schule in freier Trägerschaft. Der christliche Glaube bietet uns dabei einen sicheren Orientierungsrahmen in der Vielfalt gegenwärtiger Zukunftsentwürfe.
  • Die evangelische Schule pflegt die Vielfalt der Unterrichtsstile und -methoden und versteht sie als ihren Reichtum.

Bei der Gestaltung unserer Schulgemeinschaft leiten uns die Aussagen des Evangeliums.

Ein offenes und lebendiges Miteinander von Kollegium, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Schulträger bestimmt unser Schulklima.

  • Jeder kann darauf vertrauen, dass seine Beiträge und Leistungen wahrgenommen und anerkannt werden.
  • Jeder kann ohne Angst zur Schule kommen.
  • Dialog- und Konfliktfähigkeit, Offenheit, Klarheit, Transparenz, Zivilcourage und Verantwortungsbereitschaft sind uns wichtig.
  • Das Schulleben ist von dem Bemühen geprägt, die Verantwortung für die Schulgemeinschaft, die freie Entfaltung des Einzelnen und den Respekt vor der Freiheit des Anderen in ihrer Balance zu halten.
  • Engagement und Mitverantwortung der Eltern prägen das Schulleben.

Wir schaffen Räume und Zeiten für das Evangelium.

Um das Wirken des Evangeliums zu spüren, müssen wir sensibilisiert sein. Das bedarf eigener Räume und Zeiten.


  • Religionsunterricht als ordentliches Unterrichtsfach, Andachten und Gottesdienste gehören als feste Bestandteile zum Schulleben aller.
  • Schulgottesdienste sind besondere Zeiten für alle, sie sind Erfahrungs- und Erprobungsräume für die Botschaft von Gottes Gnade.
  • Wir nutzen die Chance, unsere Trauer und unsere Freude jederzeit vor Gott bringen zu können.
  • Andacht und Besinnung helfen uns, besondere Anforderungen und schwierige Lebenssituationen zu bewältigen.
  • In der Gestaltung christlicher Gemeinschaft pflegen wir ökumenische Offenheit.

3 Profil und fachspezifische Ausprägungen

Unser Profil versteht sich in Weiterführung des Leitbildes und der Tradition der Schule und ihres Trägers als evangelisch geprägt. Wir unterrichten im christlichen Wahrnehmungshorizont, der als Sinndimension den Schulalltag durchzieht. Greifbar wird dies an dem im christlichen Glauben gegründeten Menschenbild mit seiner Lebens- und Weltperspektive.

Diese zentrale Prägung wird durch drei inhaltliche Schwerpunkte getragen:


  • den musisch-künstlerischen Bereich;
  • die alten und neuen Sprachen;
  • die „Offene Schule“ – die in ihrer Vielfalt über den eigentlichen Unterricht hinaus in ihren gemeinschaftsstiftenden und wertorientierten Initiativen im geistlichen und sozialen Lernen die Glaubwürdigkeit und Authentizität des Evangeliums in vielen Dimensionen erfahrbar macht.


Jedes einzelne Unterrichtsfach leistet neben der ihm eigenen inhaltlichen Aufgabe seinen Beitrag zu den Schwerpunkten unseres Profils.

Vor allem innerhalb dieser drei Schwerpunkte fördern wir besondere Begabungen unserer Schülerinnen und Schüler. Dieser Förderung dienen die neue musisch-künstlerische Leistungs- und Begabungsklasse, die bisherigen Leistungs- und Profilklassen, die Angebote des Ganztagsbereichs und die Schülerwettbewerbe.


3.1 Evangelisches Profil

Was macht das evangelische Profil unseres Gymnasiums aus? Vier Punkte sind uns hier wichtig:


  • Orientierung an christlichen Werten: Es geht um Unterricht und Erziehung im christlichen Geist. Diese Dimension durchzieht den gesamten Schulalltag. Die großen Überlieferungen, die zentralen Werte sind den christlichen Kirchen gemeinsam. Die Besonderheiten verschiedener Konfessionen soll man kennen und verstehen lernen wie die der eigenen Kirche.


  • Gemeinsame Schulgottesdienste prägen den Rhythmus des Schuljahres entscheidend mit. In ihnen wirken Schüler- und Lehrerschaft, bisweilen auch Eltern zusammen.


  • Religionsunterricht gehört dazu: Der evangelische Religionsunterricht ist für alle Schülerinnen und Schüler, die die Schule gewählt haben, als ordentliches („normales“ und versetzungsrelevantes) Unterrichtsfach bis zum Abitur verbindlich. Er will mit wichtigen Überlieferungen des Christentums bekannt machen, zum eigenen Fragen und Nachdenken anregen, Urteilsfähigkeit fördern, Verständnis für Religion und Religionen entwickeln. Dabei stellt die ökumenische Dimension im Sinne der Einheit der Christenheit eine wichtige Facette dar.


  • Dem Einzelnen gerecht werden – das ist das Ziel für die alltägliche Arbeit des Lehrerkollegiums und des Mitarbeiterteams. Viele, die ins Haus kommen, spüren eine offene Atmosphäre im Miteinander der Schüler und Lehrer. Hier wird der christlichen Grundüberzeugung im Alltag immer wieder Geltung verschafft: Vor Gott hat jeder Mensch Würde. Bisweilen muss diese Grundüberzeugung auch in unterschiedlichster Weise verteidigt werden. Gewalt z.B. hat keinen Platz im Zusammenleben der Schule.


Dieses Profil wird durch das Kollegium und die Mitarbeiterschaft getragen und ausgeprägt, was bedeutet, dass sich dieser Personenkreis durch die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche auch klar zu seiner christlichen Prägung bekennt. Von unseren Schülerinnen und Schülern erwarten wir die Anerkennung unseres Konzepts und möchten sie dazu bewegen, unser Profil gemeinsam mit uns mit Leben zu erfüllen.


3.2 Inhaltliche Schwerpunkte

Die drei inhaltlichen Schwerpunkte (der musisch-künstlerische Bereich, die alten und neuen Sprachen und die „Offene Schule“) sind Ergebnis der Geschichte der Schule und einer klaren Entscheidung aller Beteiligten, auf dieser Basis fortzuschreiten. Wir sind überzeugt, jungen Menschen so das nötige Verfügungs- und Orientierungswissen vermitteln zu können.

Das Zusammenspiel der Schwerpunkte, die auf ein am Humanum ausgerichtetes Bildungs- und Erziehungshandeln orientieren, ermöglicht es uns, besonders den christlichen Wahrnehmungshorizont im Blick zu behalten. Während es dabei im musisch-künstlerischen Bereich um verschiedene ästhetische Ausdrucksformen geht, liefern die Sprachen die Voraussetzung für authentische und glaubwürdige Kommunikation und – dies gilt vor allem für die alten Sprachen – für ein Verständnis unserer (europäischen) Geschichte. In der „Offenen Schule“ können dann diese Erkenntnisse in verschiedensten Lebenszusammenhängen ausprobiert und über den Unterricht hinausgehende Erfahrungen gesammelt werden.

Die verschiedenen Fächer bzw. Fächergruppen leisten neben ihren eigenen Zielsetzungen einen spezifischen Beitrag zu den einzelnen Schwerpunkten, der nicht auf die gewohnten „klassischen“ Korrelationen zwischen den Fächern beschränkt bleibt.

Wenn wir für die Darstellung des Zusammenspiels der Ebenen unseres Profils als Bild ein Profilrad wählen, so wollen wir damit verdeutlichen, dass unterschiedliche Fächer und Schwerpunkte in Kontakt kommen und alle Fächer ihren jeweils originären Beitrag zur Stärkung des zentral verorteten Profils leisten.

Ein Beispiel soll diesen Gedanken erläutern. Die Beziehung des Faches Physik (aus der Fachebene) zum Schwerpunkt „Offene Schule“ (aus der Schwerpunktebene) bedeutet für die Fachgruppe Physik, dass z. B. Projekte entwickelt werden, die über den planmäßigen Unterrichtsstoff hinaus Möglichkeiten bieten, das Gelernte anzuwenden oder Neues zu lernen. Dabei können diese Projekte auch jahrgangsübergreifend angelegt sein. Bleiben wir im Bild, dann bringt die weitere Bewegung der Ebenen die Physik in Kontakt zum musisch-künstlerischen Bereich. Hier bieten sich inhaltliche Kopplungen an, wie z. B. die Akustik der Musikinstrumente (bei mechanischen Schwingungen und Wellen). Der Fortgang bringt nun Physik und den sprachlichen Schwerpunkt zusammen. Hier werden z. B. physikalische Begriffe auf ihre sprachliche Herkunft (aus dem Griechischen, Lateinischen oder auch Englischen) untersucht und damit ein vertieftes Verständnis der Bedeutung der verwendeten Wörter erreicht.

Die ständige Bewegung der Ebenen gegeneinander macht damit auch deutlich, dass die Herausforderung der gegenseitigen Beförderung zwischen einzelnem Fach und den inhaltlichen Schwerpunkten immer wieder neu zu leisten und zu entwickeln ist.

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Abb. 3.1 „Profilrad“. Die Pfeile deuten die gegenläufige Bewegung der Ebenen an.

Dieses Wechselspiel aller Erkenntnis- und Erfahrungsbereiche unserer Schule soll unseren Schülerinnen und Schülern helfen, sich ein Bild von der Welt zu machen, ihr eigenes in Frage zu stellen, zu korrigieren, zu differenzieren und den Sinn des Lebens in seinen verschiedenen Dimensionen neu zu hinterfragen. Dabei gehen wir davon aus, dass sich Glaube und Vernunft in diesem Prozess ergänzen.

4 Das Internat

In Fortführung des Stiftergedankens bietet das Internat des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder ein Gesamtkonzept von Bildung und Erziehung in evangelischer Tradition. Christliche Wertevermittlung steht dabei im Vordergrund, Mitbestimmung und eine gesellschaftliche Präsenz der Jugend im öffentlichen Leben wird aktiv befördert.


Profil des Internats auf einen Blick

  • Bildung: intensive nachmittägliche Lernförderung; gruppenpädagogischer Ansatz
  • Struktur im Alltag: Eigenverantwortung; Stärkung der emotionalen und sozialen Kompetenz
  • Gestaltete Freizeit: Sport rund ums Wasser
  • Besondere Förderung der musischen und kreativen Ressourcen: Theater, Kunst, Musik, Bewegung, Feste feiern
  • Mitbestimmung: gesellschaftliche Präsenz
  • Christliche Wertevermittlung: evangelische Tradition

Lebensumfeld

Das Internat ist in mehrere Wohngruppen mit Einzel- und Doppelzimmern untergliedert. Dadurch lässt sich eine Gruppenpädagogik mit klarer, überschaubarer Zuständigkeit der Pädagogen organisieren, gleichzeitig eine Gemeinschaft gestalten, in der Große für Kleine da sind. Feste Bezugspersonen begleiten die Schülerinnen und Schüler, wobei ein hohes Maß an Übernahme von Eigenverantwortung das Ziel ist. Fairness und konstruktives Miteinander prägen die Atmosphäre. Essens- sowie Ruhezeiten, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangebote strukturieren den Alltag. Speziell ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen sowie technische Mitarbeiter bilden das Internatsteam und sorgen rund um die Uhr für das Wohl der Jugendlichen.


Gestaltete Freizeit

Ein breites Freizeitangebot ergänzt den pädagogischen Ansatz, mit dem Leben und Lernen optimal verknüpft werden. Insbesondere das Wasser rund um die Halbinsel Hermannswerder prägt das Erlebnisspektrum zwischen Ruhe und Tätigkeit.

Sportarten wie Angeln, Schwimmen, Rudern, Segeln, aber auch Hockey, andere Ballsportarten, Billard, Tischtennis, Karate, Schach, Autogenes Training und immer wieder Neues werden hausintern oder mit Hilfe des breitgefächerten Netzes unserer Kooperationspartner angeboten. Der musische Schwerpunkt des Gymnasiums hat auch im Internatsleben einen festen Platz. Besonderheiten des Internats sind eine eigene Band sowie die Begleitung zu Kino- und Theaterabenden bzw. Musikveranstaltungen in Potsdam und Berlin.


Christliche Gemeinschaft

Das Internatsteam bringt eine christliche Lebensgestaltung in die Internatsgemeinschaft ein. Wöchentliche Andachten und Bibelgespräche haben einen festen Platz auch im Internat. Die „Junge Gemeinde Hermannswerder“ wird in hohem Maße von Internatsschülerinnen und schülern geprägt. Der Konfirmandenunterricht durch das Pfarramt der Hoffbauer-Stiftung findet auf der Insel statt und wird von Internatsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern begleitet.


Zusammenarbeit zwischen Schule und Internat

Bildung heißt für uns optimale Begleitung des Schulalltags, Erarbeiten von individuellen Lernstrategien, Entwicklung der emotionalen und sozialen Kompetenz sowie die nachmittägliche Förderung der persönlichen Ressourcen.

Schul- und Internatsleben sind eng miteinander verknüpft. Gerade in Zusammenarbeit mit der Schule und ihrem musischen Schwerpunkt setzen wir auf konzentrierte Förderung der individuellen Begabungen und schaffen Anreize und beste Bedingungen für deren Entfaltung. Durch folgende Strukturen ist für diese Ziele eine Grundlage geschaffen worden:


    - Der Internatsleiter ist Mitglied der Schulleitung.
    - Die Internatsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter begleiten verantwortlich das offene Ganztagsangebot.
    - Zwei Fachkräfte des Internats unterstützen kooperierend den Konfirmandenunterricht.
    - Eltern, Bezugspädagoginnen und -pädagogen, Lehrerinnen und Lehrer arbeiten eng zusammen.
    - Eine pädagogische Mitarbeiterin bzw. ein Mitarbeiter ist in das Theaterprojekt der 8. Klassen integriert.
    - Die beiden Sekretariate pflegen eine intensive und direkte Zusammenarbeit.
    - Ungewöhnliche Entwicklungen in Biographien von Internatsschülerinnen und schülern können in Coachings besprochen werden.
    - Schule und Internat nutzen die zur Verfügung stehenden Räume gemeinsam.
    - Internatssprecher vertreten in der Schulkonferenz die Interessen des Internats.


Die Jugendlichen finden innerhalb der modern und freundlich gestalteten Räume und der zuweilen unbeschwerten Leichtigkeit der Internatsatmosphäre ideale Bedingungen vor: Sie erhalten gute Lernförderung in einem Lebensumfeld, in dem christliche Werte gelebt werden und eine persönliche Entwicklung, nicht nur im musischen und künstlerischen Bereich, gelingen kann.


5 Pädagogisches Konzept

Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf Studium, berufliche Bildung und aktive Teilnahme am Leben der Gesellschaft. Das heißt, wir müssen und wollen ihnen einerseits einen klassischen Wissenskanon vermitteln, ohne den eine sinnvolle Wissenserweiterung und eine sich im späteren Leben fortsetzende Aktualisierung von Erkenntnissen nicht möglich wäre. Andererseits ist es sinnvoll, Bildungs- und Erziehungsziele über den tradierten Wissenskanon hinaus mittels Kompetenzen zu definieren. Unsere spezifischen Vorstellungen davon werden im Folgenden sichtbar.

5.1 Sachkompetenz

Sachkompetenz wird in den einzelnen Fächern entsprechend der geltenden Rahmenlehrpläne erworben. Sie hat die Herausbildung fachspezifischer Kenntnisse, Einsichten und Methoden zum Ziel. Wissen beschränkt sich nicht nur auf das Einzelphänomen, es erfordert vielmehr die Einsicht in die wechselseitigen Beziehungen innerhalb eines Fachgebietes und zwischen den Fachgebieten. In diesem Sinne wollen wir die Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, Wissen zu erwerben, Zusammenhänge zu erkennen, Argumente und Erklärungen zu verstehen sowie Theorien zu beurteilen.

Am Ende ihrer Schullaufbahn sollen unsere Schülerinnen und Schüler in der Lage sein


  • verantwortungsvoll und kritisch mit Medien (von Printmedien bis zu elektronischen Medien) umzugehen
    Schwerpunktfächer (das sind Fächer, die im besonderen Maße einen Beitrag zum Kompetenzerwerb leisten): Deutsch, Politische Bildung, Geschichte, Informatik;
  • Sprache als Mittel zur Beschaffung von Information zu beherrschen (Rezeption und Analyse von Texten)
    Schwerpunktfächer: Deutsch, Fremdsprachen, Mathematik, Naturwissenschaften, Gesellschafts- und Geisteswissenschaften;
  • Probleme und Zusammenhänge logisch zu analysieren, Hypothesen zu bilden und zu überprüfen
    Schwerpunktfächer : Mathematik, Naturwissenschaften, Philosophie, Sprachen, Gesellschaftswissenschaften;
  • Vorgänge und Phänomene genau zu beobachten und adäquat zu beschreiben
    Schwerpunktfächer : Naturwissenschaften, Erdkunde;
  • Daten zu strukturieren und auszuwerten
    Schwerpunktfächer : Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik, Erdkunde, Geschichte, Politische Bildung;
  • ethisch-moralische und ästhetische Urteile auf der Basis fachlich schlüssiger Interpretationen zu fällen
    Schwerpunktfächer : Deutsch, Kunst, Musik, Darstellendes Spiel, Philosophie, Religion, Fremdsprachen, Politische Bildung;
  • eigenständig und kreativ Produkte zu entwerfen und zu erstellen
    Schwerpunktfächer : Kunst, Musik, Deutsch, Fremdsprachen, Darstellendes Spiel;
  • Informationen und Sachverhalte historisch-kritisch einzuordnen
    Schwerpunktfächer r: Geschichte, Politische Bildung, Latein, Altgriechisch, Deutsch, Religion, Philosophie;
  • den eigenen Körper sicher zu beherrschen und einen aktiven Beitrag zu seiner Gesundheit zu leisten
    Schwerpunktfächer : Sport, Biologie.


Sachkompetenz dient somit dem Verstehen und Interpretieren der kulturellen und natürlichen Umwelt. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler in der Lage sein, ihre Kenntnisse und Einsichten auf neue, unbekannte Situationen zu transferieren, Sachverhalte und Probleme eigenständig zu beurteilen.


5.2 Lernkompetenz

Wir konzentrieren uns nicht nur auf die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten, sondern machen auch den Lernprozess selbst zum Gegenstand des Unterrichts. Dabei geben wir uns nicht der naiven Auffassung hin, dass Lernen und Wissensaneignung immer nur mit Spaß und Leichtigkeit vonstatten gehen. Wer glaubt, man könne Vokabeln lernen, quadratische Gleichungen lösen oder schwierige Texte zusammenfassen und dabei nur Freude empfinden oder Spaß haben, geht sicherlich an der Realität des Schülerdaseins vorbei.
Das Erlernen des Lernens ist daher ein zentrales Anliegen unserer Schule. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler auf den lebenslangen Lernprozess vorzubereiten. Sie werden von uns angehalten, ihren Lernprozess selbst zu gestalten, kritisch zu reflektieren und – falls notwendig – zu optimieren. Die Lehrerin bzw. der Lehrer übernimmt in diesem Prozess zunehmend die Rolle des Moderators und des Organisators von Lernarrangements.
Die Phasen, in denen sich die Schülerinnen und Schüler allein oder in Partner- bzw. Gruppenarbeit mit komplexen Aufgabenstellungen auseinandersetzen, werden den Klassenstufen entsprechend angepasst. Das Methodentraining in der Sekundarstufe I soll den Schülerinnen und Schülern helfen, den Anforderungen des selbstorganisierten Lernens gerecht zu werden (vgl. dazu auch Kapitel 7). Ziel ist es, dass sich Faktenwissen und Wissen über das Lernen bzw. Wissen über die Herangehensweise an noch unbekannte Lerngebiete auf sinnvolle Weise miteinander verbinden. Nur dann ist ein Lerntransfer möglich und selbstorganisiertes Lernen gesichert. Für diesen Prozess sind die Schülerinnen und Schüler in zunehmendem Maße selbst verantwortlich.
Nicht zuletzt ist die Erhöhung dieser Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Studierfähigkeit.

5.3 Soziale und personale Kompetenz

Unsere Schülerinnen und Schüler bringen in der Regel eine gute Basiskompetenz hinsichtlich ihrer individuellen und sozialen Verantwortung mit. Wir erwarten von ihnen, dass sie bereit sind, diese weiterzuentwickeln und wollen sie dabei unterstützen bzw. sie positiv beeinflussen. Aus dem Geist unseres Leitbildes wollen wir sie für folgende soziale Handlungen besonders sensibilisieren:

  • Es herrscht ein Klima der gegenseitigen Achtung, des Respekts vor der Persönlichkeit, der Leistung und der Rolle des Einzelnen.
  • Interessen werden ausgehandelt; dabei soll der Umgang mit Mehrheiten und Minderheiten erlernt werden.
  • Konflikte werden durch Gespräche und Diskussionen gelöst.
  • Eigene Bedürfnisse sollen fair und verantwortungsvoll eingebracht werden. Überzogenen Ansprüchen wird entgegengetreten.
  • Es wird ein partnerschaftlicher Umgang mit dem anderen Geschlecht angestrebt, weder Jungen noch Mädchen dürfen Nachteile wegen ihres Geschlechts erfahren.
  • Wir gehen integrativ mit Menschen mit Behinderungen um.
  • Die Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihres ethnischen oder sozialen Hintergrundes soll verhindert werden.
  • Die Selbstachtung der einzelnen Schülerinnen und Schüler soll entwickelt werden, dabei soll jeder Einzelne seine Bedeutung und Wirkung erfahren können.
  • Aufgaben für die Gemeinschaft sollen übernommen werden.
  • Der Umgangston soll offen, ehrlich und wahrhaftig sein.

Die Entwicklung sozialen Handelns in der oben skizzierten Form setzt voraus, dass die Schülerinnen und Schüler Schule als einen Ort erfahren, wo man ihnen und ihrem Handeln aufgeschlossen und vertrauensvoll entgegenkommt und wo sie im Erlernen und Ausprobieren verschiedener sozialer Handlungen ernst genommen werden und sich gleichzeitig geborgen fühlen. Nur so lassen sich eine kritische Selbstwahrnehmung und Reflexion der eigenen Position erreichen. Wir streben daher eine Schule an, in der eine vertrauensvolle Atmosphäre herrscht, in der sich Selbständigkeit, Verantwortungsgefühl, Fairness und Solidarität der Schülerinnen und Schüler entfalten können. Wir sind stolz darauf, dass an unserer Schule Gewalt und Vandalismus kaum eine Rolle spielen.

Leitendes Ziel des Unterrichts ist es, die Entwicklung der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu eigenständigem Denken, Fühlen und Handeln zu fördern, ein Verhalten aus sozialer Verantwortung mit ihnen einzuüben und sie zu einem erfolgreichen Schulabschluss zu führen, der ihnen ein Hochschulstudium jedweder Fachrichtung, eine gute Berufs- ausbildung und im weiteren Leben ein von ethischer Verantwortung getragenes Handeln ermöglicht.


6 Der Unterricht

6.1 Die Unterrichtsfächer bzw. Fächergruppen

Die Unterrichtsfächer orientieren sich in ihren Inhalten an den staatlichen Rahmenlehrplänen. Entsprechend unserem Profil sind die sprachlichen und musisch-künstlerischen Fächer als Schwerpunkte entwickelt. Am Evangelischen Gymnasium hat der Religionsunterricht seinen festen Platz in der Stundentafel und ist in der Sekundarstufe II anteilig in das Abitur einzubringen bzw. kann auch als Abiturprüfungsfach gewählt werden. Aktuelle Details zu den einzelnen Fächern können auf der Homepage des Gymnasiums eingesehen werden.

Fächergruppe Sprachen


DEUTSCH

Das Fach Deutsch vermittelt wesentliche Schlüsselqualifikationen für alle Fach- und Lernbereiche: Gestalten und Präsentieren von Texten, Sprechen und Zuhören, Texterschließung und verständnis sowie grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache, Literatur und ihrer Geschichte. Es ist daher sehr erfreulich, dass dieses Fach an unserer Schule sehr beliebt ist (die Leistungskurse Deutsch sind die am häufigsten angewählten Kurse in der Oberstufe) und dass Literatur und literarische Veranstaltungen jeder Art gut angenommen werden.
Die das Fach Deutsch unterrichtenden Lehrkräfte haben die Fakultas für sehr unterschiedliche weitere Fächer (Darstellendes Spiel, Fremdsprachen, Geschichte, Kunst, Musik, Philosophie, Religion), so dass ein breites Spektrum an fächerübergreifenden Themen entsteht, die das Profil der Schule unterstreichen. Die Fächerkombinationen ermöglichen immer wieder im Unterricht verankerte, aber auch außerunterrichtliche Aktivitäten und Projekte. Darüber hinaus bieten wir im Unterricht jeder Klassen- bzw. Jahrgangsstufe eine große Methodenvielfalt an (Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten, Vorträge, Präsentationen, kreatives Schreiben u. ä.). Hier profitieren wir von einer sehr engagierten und kreativen Fachgruppe.
Auch in der alljährlich stattfindenden Projektwoche und in den Studientagen setzt das Fach Deutsch Akzente, wie z. B. im fächerübergreifenden Projekt „Goethe und die Farbenlehre“. Ein Ereignis, an dem sich alle Schülerinnen und Schüler beteiligen können, ist der schon zur Tradition gewordene Lese- und Rhetorikwettbewerb, der alljährlich zuerst in den Klassen bzw. Kursen, dann in den Jahrgangsstufen stattfindet und der schließlich in ein jahrgangsübergreifendes Lesefest einmündet.
Regelmäßige Theaterbesuche in Potsdam und Berlin erschließen uns die ganze Bandbreite aktueller Inszenierungen. Das vielfältige Angebot dieser Bühnen erlaubt es uns, unsere Schülerinnen und Schüler mit der Arbeit berühmter Regisseure und Theaterleute bekannt zu machen. Literarische Exkursionen führen uns unter anderem nach Weimar, Rheinsberg oder Frankfurt/Oder.


ENGLISCH

Auch das Fach Englisch erfreut sich an unserer Schule großer Beliebtheit. Es wird von sehr vielen Schülern als mündliches Prüfungsfach am Ende der 10. Klasse und als Leistungskursfach in der Oberstufe gewählt, die Sprache lässt Raum für Kreativität auf Lehrer- und Schülerseite. Neben der Lehrbucharbeit lassen interessante Literatur, Songs, Plays, kreatives Schreiben und eine Fülle an methodischen und kommunikativen Möglichkeiten den Englischunterricht lebendig werden.
Englisch soll für die Schüler als "Lingua franca", als Weltsprache, benutzbar und erlebbar gemacht werden: Es ist weltweit zur Verständigung, zur Diskussion und zur Information nötig und die Kommunikation auf Englisch soll mit der Zeit ganz selbstverständlich werden. Einsprachiger englischer Unterricht, schülerorientierte Themen in methodisch moderner Aufbereitung und die Kooperation mit "native speakers" (z.B. aus der Partnerstadt Sioux Falls (USA) und der Partnerschule in Bromsgrove (GB)) sind einige Hilfen dazu. Wir plädieren innerhalb dieses kommunikativen Ansatzes dennoch für einen starken Fokus auf sprachliche Korrektheit und Stilgespür, der im modernen Fremdsprachenunterricht oft zu kurz kommt. Deshalb ist Englisch für uns eine Sprache, die man auch lernen muss, alles andere ist Wunschdenken. "Grammar-Drill" und Vokabeltraining werden daher nicht pauschal verurteilt, auch so etwas kann Spaß machen!
Es gibt ein stark ausgeprägtes literarisches Interesse sowohl bei vielen unserer Schülerinnen und Schüler als auch im Kollegium, was einen hohen Lektüreanteil in allen Jahrgangsstufen sichert. Die Spanne reicht hier von kleinen Geschichten für die jüngeren Schüler über Klassiker (z.B. Doyle: Sherlock Holmes; Dickens: Oliver Twist), fesselnde Jugendliteratur bis hin zu vierhundertseitigen Romanen (z. B. von Orwell, Steinbeck, T.C. Boyle) und Shakespeare-Stücken. Oft wird die Lektüre in den Klassen und Kursen gemeinsam ausgewählt. Computergestütztes Lernen ergänzt den konventionellen Unterricht.


FRANZÖSISCH

An unserer Schule lernen etwa 300 Schüler Französisch als zweite oder dritte Fremdsprache. In jedem Jahrgang der Sekundarstufe I (Klasse 7-10) gibt es zwei oder drei Latein- und eine Französischklasse. Die Schülerinnen und Schüler, die als zweite Fremdsprache Latein lernen, haben in der 9. Klasse im Bereich der Wahlpflichtfächer die Möglichkeit, Französisch als dritte Fremdsprache zu wählen, außerdem wird zur Zeit bei entsprechender Nachfrage in Klasse 11 ein Kurs für Neubeginner eingerichtet. In der Oberstufe werden für die Schülerinnen und Schüler, die mit Französisch in der 7. oder 9. Klasse begonnen haben, je nach Nachfrage ein Leistungs- und mehrere Grundkurse eingerichtet.
Neben dem Unterricht gibt es viele Möglichkeiten, das Gelernte anzuwenden: Wer eine international anerkannte Prüfung in Französisch (DELF/DALF) ablegen will, kann das mit Unterstützung der Schule am Institut français in Berlin tun (ab Klasse 10). Die Teilnahme an Wettbewerben wird intensiv gefördert, beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen errangen Schülerinnen und Schüler unserer Schule schon Landes- und Bundespreise. In Klasse 10 steht alljährlich eine Austauschfahrt zu unserer Partnerschule in Rennes auf dem Programm, an der alle Interessierten teilnehmen können, ob Französisch auf dem Stundenplan steht oder nicht. Sehr gute Erfahrungen haben wir mit den individuellen Austauschprogrammen „Voltaire“ und „Brigitte Sauzay“ gesammelt, die vom Deutsch-französischen Jugendwerk unterstützt werden und an denen jedes Jahr mehrere Schülerinnen und Schüler teilnehmen.


LATEIN UND GRIECHISCH

Die Fächer Griechisch und Latein, die in Deutschland und insbesondere an kirchlichen Schulen auf eine lange Tradition zurückblicken, eröffnen uns einen unverzichtbaren Zugang zu den geistigen und kulturellen Wurzeln Europas.
Außer der Französischklasse beginnen alle neu aufgenommenen Klassen (einschließlich der Leistungs- und Begabungsklassen) mit Latein als zweiter Fremdsprache. Griechisch kann als dritte Fremdsprache in der 9. Klasse im Wahlpflichtbereich begonnen werden. Beide Sprachen können bis zum Abitur fortgeführt werden, Latein auch als Leistungskurs.
Nachdem die sprachlichen Grundlagen gelegt sind (Lehrbucharbeit), beginnt die Lektüre klassischer Texte. Damit eröffnen sich mannigfaltige Bezüge zur europäischen Geistesgeschichte (Philosophie, Rhetorik, Kunst- und Kulturgeschichte).
Das Latinum kann mit Latein als zweiter Fremdsprache nach der 10. Klasse erworben werden. Schülerinnen und Schüler, die Latein bzw. Griechisch als dritte Fremdsprache wählen, können das Latinum (Zusatzprüfung) bzw. Graecum mit dem Abitur erwerben. Fächergruppe musisch-künstlerischer Bereich Diese Fächergruppe stellt einen weiteren Schwerpunktbereich unserer Schule dar. Das wird in der besonderen Struktur unserer Leistungs- und Begabtenklassen deutlich. Jede Schülerin und jeder Schüler hat vielfältige Möglichkeiten, sich in diesen Bereichen zu engagieren.


MUSIK

Musik wird in der Sekundarstufe I durchgängig als Unterrichtsfach angeboten. Im Mittelpunkt stehen sowohl das Fach bzw. der Gegenstand „Musik“ als auch die Kinder und Jugendlichen, die eingeladen sind, sich singend, musizierend, tanzend und hörend in die Lebenswelt Musik zu begeben. Zusätzlich zu diesem obligatorischen Unterricht können interessierte Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 Musik als Wahlpflichtfach anwählen. Die dadurch deutlich gestiegene Stundenzahl ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern den Reichtum der „Weltsprache Musik“ noch besser zu erschließen und persönliche Bezüge sowie Wertvorstellungen zu entwickeln.
In der Sekundarstufe II dringen die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer verstärkt in die Musikanalyse ein, allerdings nicht theoretisch-abstrakt, sondern flankiert durch vokalpraktische Studien, da die Kursanwahl, ob als Grund- oder Leistungskurs, die verpflichtende Mitwirkung im Sek.II-Chor mit einschließt. Musikanalytische und musikwissenschaftliche Betrachtungen, Klassifizierungen und Wertungen erfolgen nicht auf abstrakter Ebene, sondern i.d.R. mit musizierpraktischem Bezug.
Schülerinnen und Schüler können, so sie das wollen und auch die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen, Musik von der Klasse 5 bis zur Klasse 13, also neun Jahre lang, belegen.
Musik ist, gemeinsam mit den anderen Disziplinen, ein fachlicher Schwerpunkt unserer Schule.


BILDENDE KUNST

Der Kunstunterricht hilft den Schülerinnen und Schülern ihre aktive Gestaltungskraft zu entwickeln und zu festigen sowie eigene Bild-, Sach- und Methodenkompetenzen zu entwickeln. Besonders gegenüber den elektronisch-visuellen Medien werden die Jugendlichen mit Wahrnehmungs- und Urteilskompetenz sowie mit einer medienkritischen Sensibilität ausgestattet. Die Jungen und Mädchen können sich als Erfinder, als Produzenten, als schöpferisch tätige unverwechselbare Individuen erleben. In den Leistungs- und Begabungsklassen wird das Fach zweistündig unterrichtet und in Freiarbeitsstunden fachübergreifend ergänzt und vertieft. In den Regelklassen der Sekundarstufe I findet epochaler Unterricht statt. Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe können einen dreistündigen Grundkurs bis zum Abitur belegen. Der Unterricht erfolgt in Theorie und Praxis schwerpunktmäßig über die Arbeitsfelder Bildende Kunst, Medien, Architektur und Design. Ausstellungsbesuche zu aktuellen Unterrichtsthemen sowie fächerübergreifende Unterrichtseinheiten bereichern darüber hinaus in allen Klassenstufen den Unterricht. Im Rahmen der „Offenen Schule“ können derzeit die Arbeitsgemeinschaften Keramik, Bildhauerei sowie Medien (Layout) gewählt werden. Weitere Angebote sind vorgesehen. Zu den Höhepunkten des Fachs gehören wechselnde Ausstellungen im Hause, die Einblicke in die vielgestaltige Arbeit der Schülerinnen und Schüler ermöglichen, sowie die jährliche Studienwoche in der Oberstufe, in der spannende und abwechslungsreiche Projekte von Wandbildern auf Leinwänden bis zur Restaurierung historischer Ornamente im Treppenhaus angeboten werden.


DARSTELLENDES SPIEL

Das „Darstellende Spiel“ hat an unserer Schule eine besondere Tradition und ist daher im Schulleben fest verankert. Sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Eltern und das Kollegium ist „das Theater“ immer wieder Anlass für unterhaltsame oder nachdenklich stimmende Abende in der Schulöffentlichkeit. Die aus dem Unterricht entstehenden Aufführungen sind oft Höhepunkte des Schuljahres, die auch als solche erlebt und mit Begeisterung aufgenommen werden. Für die Beteiligten sind die Ausnahmesituationen der intensiven Probenphasen, das Bühnenerlebnis und die Möglichkeit, sich einmal ganz anders zu präsentieren, Glanzpunkte der Schulkarriere, an die man sich lange und gern erinnert. „DS“ ist ein künstlerisches Fach der Sekundarstufe II, das dreistündig unterrichtet wird. Hier können die Schülerinnen und Schüler sich in verschiedensten Möglichkeiten des Spielens und Theatermachens für ein Publikum erproben. Ausgehend von Übungen, Improvisationen und kleinen Szenen ist die Erarbeitung eines abendfüllenden Stückes das Ziel der gemeinsamen Mühe. Ob Boulevardkomödie oder absurdes Theater, Eigenproduktion oder klassisches Bühnenstück – zunehmend eigenständig und kreativ entwickeln die Kurse ihre unterschiedlichen Fähigkeiten. Impulse zur Weiterentwicklung des Faches kommen aus der neu eingerichteten Leistungs- und Begabungsklasse im künstlerisch-musischen Bereich, aus dem Theaterprojekt der achten Klassen und der AG Theater der “Offenen Schule“. Präsentationen am Tag der offenen Tür und vor anderen Kursen, Gastspiele und auch das Lehrertheater finden ihren Platz. Workshops an Profibühnen, Theaterbesuche oder auch die Teilnahme an Schultheatertreffen erfordern den besonderen Einsatz der Schülerinnen und Schüler, den diese oft mit Freude leisten, so dass sich das Fach DS an unserer Schule immer weiter entfalten kann.

Fächergruppe Gesellschafts- und Geisteswissenschaften

EVANGELISCHE RELIGIONSLEHRE

Das Fach evangelische Religionslehre ist ein von allen Schülerinnen und Schülern verpflichtend zu besuchendes Unterrichtsfach. Die versetzungswirksame Benotung und die Möglichkeit, in diesem Fach das Abitur abzulegen, beziehen sich auf fachspezifische, überprüfbare Inhalte und Methoden, so dass dieser Unterricht sich wesentlich von religionsgemeindlicher Bildungs- oder Missionsarbeit unterscheidet. Ziel des Unterrichtes ist es, die Jugendlichen in die Grundzüge der christlichen Tradition, die daraus erwachsenden Konsequenzen eines christlichen Lebensvollzugs einzuführen (Sekundarstufe I) und, auch auf dem Hintergrund anderer Sinnangebote, kritisch zu reflektieren (Sekundarstufe II). In der Sekundarstufe I werden die Schülerinnen und Schüler mit dem Aufbau der Bibel sowie mit verschiedenen biblischen Themen vertraut gemacht. Sie lernen das christliche Kirchenjahr kennen, beschäftigen sich aber auch mit den Weltreligionen. Darüber hinaus diskutieren sie sozialethische Fragen. In der Sekundarstufe II werden die vier zentralen theologischen Themen Gotteslehre, Lehre von Jesus Christus (Christologie), Lehre vom Menschen (Anthropologie) und Lehre von der Kirche (Ekklesiologie) behandelt. Der evangelische Religionsunterricht ist geprägt durch die ökumenische Weite, die sich – aufgrund der heterogenen religiösen und weltanschaulichen Prägung der Schüler – durch den konfessionenübergreifenden Unterricht im Klassenverband ergibt. Das religiöse Leben der Schule findet außerhalb des Religionsunterrichtes seinen konkreten Ausdruck, insbesondere in den am Wochenanfang im Klassen- und Kursverband gehaltenen Andachten oder Schulgottesdiensten. Diese werden von Schülerinnen und Schülern geplant und gestaltet.


GESCHICHTE

Geschichte ist in Brandenburg durchgängig verpflichtendes Unterrichtsfach. Während die Klassen 5 und 6 in unserem Fach einen Überblick von der Urgeschichte bis ins Mittelalter gewinnen, werden von Klasse 7 bis 10 historische Ereignisse und Entwicklungen vom Beginn der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart an ausgewählten Schwerpunkten untersucht. Unserem Leitbild gemäß räumen wir beispielsweise der Beschäftigung mit der Reformation und ihren Folgen oder dem Verhalten der Kirchen im Nationalsozialismus viel Platz ein. Der Unterricht in der Oberstufe behandelt die Epochen von der Antike bis in unsere Zeit. Auch hier wird exemplarisch gearbeitet. Großes Gewicht legen wir dabei auf die Entwicklung der politischen Teilhabe und der Menschen- und Bürgerrechte, um die Schüler hierfür zu sensibilisieren. Der selbständig kritische Umgang mit den unterschiedlichen Quellenarten sowie mit Sekundärliteratur oder medial-dokumentarischer Geschichtsvermittlung ist ebenso Gegenstand des Unterrichts wie der Bezug zur eigenen Gegenwart. Ein besonderer Akzent liegt hierbei auf der Vermittlung von Perspektivwechsel bzw. Perspektivgebundenheit, da wir damit die wichtige Urteilskompetenz fördern. Einen festen Platz hat die Beschäftigung mit Geschichte nicht nur im Zuge von Exkursionen im Berlin-Brandenburgischen Raum, sondern auch auf den Klassen-, Austausch- und Studienfahrten.


POLITISCHE BILDUNG

Politische Bildung gehört in den Klassen 9 und 10 zu den verpflichtenden Unterrichtsfächern und kann in der Oberstufe wahlweise belegt werden. Der Unterricht beschäftigt sich mit den Themenkomplexen Demokratie, Gesellschaft, Recht, Wirtschaft, Europa sowie internationale Beziehungen. Interesse und Verständnis für Grundlagen, Grundprobleme und Zusammenhänge werden in diesen Bereichen vor dem Hintergrund unseres Leitbildes gezielt gefördert, um eine Basis für eigene Meinungsbildung und Partizipation zu haben. Wesentlicher Bestandteil des Unterrichts sind Diskussionen und Gespräche, z. B. in Form von Podiumsdiskussionen oder Talk-Shows. Darüber hinaus ist das Fach Politische Bildung in Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des in der 9. Klasse obligatorischen Betriebspraktikums eingebunden. In diesem Rahmen findet in der Regel auch ein Besuch des Berufsinformationszentrums Potsdam statt. Außerschulische Lernorte sind fester Bestandteil des Unterrichts: So wird zum Beispiel zum Thema Recht der Besuch einer Gerichtsverhandlung angeboten, während das Lernfeld Demokratie eine Besichtigung von Land- oder Bundestag einschließen kann. Bei Schülerinteresse wird die Teilnahme an Wettbewerben unterstützt.


GEOGRAPHIE

Unser Fachbereich Geografie möchte ein Bindeglied zwischen Gesellschaft und Natur sein. Wir möchten unsere Schülerinnen und Schüler zu einem Raumverständnis und einer Raumgestaltung befähigen. Der Kernbereich der geographischen Schulbildung liegt in der Sekundarstufe I. Die physischen und anthropogenen Inhalte des Rahmenplanes sind in Themenfeldern dargestellt, wie z. B.: Afrika – Kontinent der inneren Zerissenheit; China – bevölkerungsreichstes Land der Erde; Amerika – Doppelkontinent zwischen Nord- und Südpol. Die Kompetenzen: Orientierung als Grundlage (lokal, regional, global); Gewinnen von Informationen, deren Strukturierung, Bearbeitung und Bewertung; Raumgrenzen anerkennen, akzeptieren, verantwortungsbewußt mit dem Lebensraum umgehen; Kooperation, Schwächen und Stärken erfahren, verantwortungsvoll handeln. In der Sekundarstufe II möchten wir die bisher erworbene geographische Allgemeinbildung vertiefen. Das heißt: eine wissenschaftsbezogene Grundbildung; eine Befähigung zur selbständigen/verantwortlichen Lebensgestaltung; die Realisierung der allgemeinen Studierfähigkeit; Erwerb von Kenntnissen/Fähigkeiten für eine Anwendung im beruflichen Bereich. Exemplarisch seien folgende Themenfelder genannt: Europa – Raumstrukturen und ihr Wandel; Leben in der „Einen Welt“ – „Entwicklungsländer“ im Wandel; Ausgewählte Weltwirtschaftsregionen im Wandel. Die Inhalte werden durch Exkursionen zu umliegenden Instituten, zur Sternwarte, zu Ausstellungen etc. vertieft. Der Einblick ins Alfred Wegener Institut für Meeres- und Polarforschung ist ein wesentlicher Bestandteil der Klimatologie. Raumordnung und Raumplanung sowie Siedlungsentwicklung werden an Beispielen der Umgebung untersucht.


PHILOSOPHIE

Die Auseinandersetzung mit philosophischen Problemen und die Beschäftigung mit Philosophiegeschichte kann zu einem vertieften Verständnis unserer Kultur beitragen, so wie sie in Literatur, Kunst und Politik zum Ausdruck kommt, und somit eine Bereicherung auch im Hinblick auf andere Fächer darstellen. Das Fach Philosophie wird als dreistündiger Grundkurs in der Sekundarstufe II angeboten. Nach einer Einführung in die grundlegenden Fragen und Problemfelder der Philosophie werden diese im Verlauf des Kurses weiter ausdifferenziert. Die gemeinsame Lektüre und Diskussion klassischer philosophischer Werke von der Antike bis zur Gegenwart bilden die Grundlage für Fragen der Erkenntnistheorie ebenso wie für die Behandlung von ethischen und politischen Problemstellungen sowie von solchen der Geschichtsphilosophie und Anthropologie. Im Ganzen bietet der Unterricht eine Orientierung in den existentiellen Fragen des Menschenseins. Dabei geht es nicht vorrangig um das Erlernen vorgefertigter Konzepte: Der übergeordnete Zweck des Philosophieunterrichts ist stets die Entwicklung des eigenen Denkens; deshalb wird auch dem eigenen philosophischen Fragen und Philosophieren Raum gegeben. Interessierte Schüler erhalten darüber hinaus Gelegenheit, an universitären Veranstaltungen, an Tagungen des nationalen Ethikrats, an Schülerseminaren der Evangelischen und der Katholischen Akademie oder bei anderen Einrichtungen teilzunehmen.


Fächergruppe Mathematisch-naturwissenschaftlicher und technischer Bereich

In dieser Fächergruppe werden neben dem Pflichtfach Mathematik die Naturwissenschaften und das Fach Informatik zusammengefasst. Die technische Ausstattung für diese Fächergruppe befindet sich auf hohem Niveau. Für die Naturwissenschaften existiert ein modernes Laborgebäude. Zwei Computerkabinette und ein schulinternes Netzwerk ermöglichen den umfassenden PC-Einsatz.


MATHEMATIK

Mathematik gehört zu den ältesten kulturhistorischen Errungenschaften der Menschheit. Neben ihrer praktischen Relevanz leistet sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Herausbildung des Abstraktionsvermögens, des logischen Denkens, der Fähigkeit Modelle zu entwickeln und zur Entfaltung des räumlichen Vorstellungsvermögens. Diese Kompetenzen werden in der konstruktiven Auseinandersetzung mit den zentralen Ideen der Mathematik entwickelt, dazu gehören die alten Ideen der Zahl, des räumlichen Strukturierens und des Messens. Aus der Neuzeit kommen hinzu die Ideen der Approximation, des Algorithmus, Zufall mathematisch zu beschreiben und funktionale Zusammenhänge in allen Bereichen der Mathematik mit einer gemeinsamen Sprache zu beschreiben. In der Sekundarstufe I wird das seit Jahrhunderten tradierte mathematische Grundwissen vermittelt und seine Anwendung auf praktische Probleme trainiert. Darauf aufbauend vertieft die Sekundarstufe II das mathematische Verständnis in den Kernbereichen Analysis, Analytische Geometrie und Stochastik. Hier werden bei den Anwendungen zunehmend Querverbindungen zu anderen Fächern hergestellt.


PHYSIK

Physik ist eine der Basisnaturwissenschaften, auf deren Erkenntnissen eine Vielzahl der technischen Errungenschaften beruht, die unser tägliches Leben erleichtern und manchmal auch dominieren. Neben der Vermittlung von Basiskenntnissen ist es uns dabei ebenso wichtig zu zeigen, dass Physik im Zusammenspiel mit anderen Wissenschaftsdisziplinen ein großes Erklärungspotential für die komplexen Phänomene unserer Welt besitzt. In speziellen Semesterthemen in der Sekundarstufe II wird das besonders erlebbar. Im Wechselspiel von theoretischer Hypothesenbildung und experimenteller Praxis (durch Lehrer und Schüler) werden in der Sekundarstufe I die Grundkenntnisse in den Bereichen Mechanik, Wärmelehre, Elektrizität und Magnetismus sowie Kernphysik vermittelt. In der Sekundarstufe II erfolgt eine thematische Vertiefung und Erweiterung in Richtung der Quantenphysik, wobei der mathematisch-quantitative Aspekt zunimmt. Übergreifende Prinzipien und Modelle (z. B. der Feldbegriff) dienen als Ordnungskriterien und ihre durchgängige Bedeutung für alle Bereiche der Physik wird herausgearbeitet. Exkursionen ergänzen den Unterricht.


CHEMIE

Die Chemie ist eine auf Erfahrungen und Experimenten beruhende Naturwissenschaft, die Antworten auf Fragen nach Stoffen und Vorgängen in der Natur sucht. Wichtige Arbeitsmethoden in der Chemie sind das planvolle Experimentieren, das exakte Beobachten und das folgerichtige Deuten und Erklären. Chemische Experimente dienen dazu, Einsichten in Bau und Eigenschaften von Stoffen zu gewinnen. Sorgfältiges Experimentieren und Beobachten machen es möglich, Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, Ursachen für bestimmte Erscheinungen herauszufinden, stoffliche Veränderungen zu erklären und sogar Umwandlungen vorauszusagen. In der Klasse 8 und 9 stehen die Eigenschaften und der Bau von Stoffen, insbesondere die Metalle, Wasser, Luft, Säuren, Basen und Salze sowie die damit verbundenen chemischen Reaktionen im Mittelpunkt. In Klasse 10 beginnt der Lehrgang organische Chemie mit den Besonderheiten von Kohlenwasserstoffen und Erdöl. In der Sekundarstufe II erweitern und vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihre bis dahin erworbenen Kompetenzen. Hier werden die grundlegenden Methoden und Verfahren des naturwissenschaftlichen Arbeitens und der naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung genutzt. Folgende Aspekte bestimmen den Unterricht: Stoffe (Struktur und Eigenschaften), Energie und chemische Reaktionen, Chemische Gleichgewichte in Natur und Technik, Die Welt der makromolekularen Stoffe, Farben in Natur und Technik.


BIOLOGIE

Die Lage des Evangelischen Gymnasiums auf der Insel Hermannswerder ist eine ideale Umgebung, um naturnahen Biologieunterricht durchzuführen. In der Sekundarstufe I lernen die Schülerinnen und Schüler Tier- und Pflanzengruppen und insbesondere den Menschen als biologisches Wesen kennen. Danach beschäftigen sie sich mit den Wechselbeziehungen in der Natur (Stoffwechsel, Ökologie) und gewinnen erste Einsichten in Genetik und Evolutionsbiologie. In der Sekundarstufe II werden diese Themen in Leistungs- und Grundkursen vertieft und zum Teil erweitert (Verhaltensbiologie). Seit langem werden im Leistungskurs Biologie ökologische Gewässeruntersuchungen projektorientiert durchgeführt.


INFORMATIK

In der Informatik gewinnt man Sicherheit in der Bedienung von informatikspezifischer Anwendersoftware und in der Folge auch Sicherheit im Umgang mit anderen Computerprogrammen. Der Informatikunterricht geht aber noch weit darüber hinaus, indem er Hintergrundwissen vermittelt, das ein normaler Benutzer nicht hat. Erst dadurch wird es möglich, Problemlösungen zu verstehen und komplexe Probleme selbst zu bearbeiten und einer Lösung zuzuführen. Diese Fertigkeiten kommen allen Unterrichtsfächern zugute. In der Sekundarstufe I kann Informatik im Wahlpflichtbereich, in der Sekundarstufe II als Grund- und Leistungskurs angewählt werden. Im Wahlpflichtunterricht konzentrieren wir uns auf den Einsatz neuer Medien. In diesem Bereich sollen die Schülerinnen und Schüler vor allem an das Internet herangeführt werden. Hier steht das Erstellen eigener Webseiten im Vordergrund, die Ergebnisse dieser Arbeit sind in der Schulhomepage zu sehen. Die Kurse in der Qualifikationsphase befassen sich je nach Grund- bzw. Leistungskurs unterschiedlich intensiv mit den Themen Information und Algorithmik, Computer und Programmiersprachen, algorithmisches Problemlösen, technische, theoretische und gesellschaftliche Aspekte der Informationsverarbeitung. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler in mindestens einer Programmiersprache unterwiesen. Vor dem Abitur findet die Bearbeitung komplexer Themen (Projekte) besondere Bedeutung. Rechner mit Internetanschluss über das schulinterne Netz, Scanner, Drucker sowie Beamer stehen den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung.


Sport

Sport wird in allen Jahrgangsstufen bis zum Abitur verpflichtend unterrichtet. Die Doppelstunden finden in der 2,5 km entfernten Turnhalle bzw. im Frühjahr und Sommer auf dem Sportplatz der Potsdamer Sportunion statt. Für die 5. und 6. Klasse existiert ein Busshuttle zur Turnhalle. Die Einzelstunden finden zum größten Teil auf dem Schulhof auf der Insel statt. Wenn im Winter das Eis dick gefroren ist, steht auch Schlittschuhlaufen auf dem Programm.
Von Klasse 5 bis 10 werden entsprechend dem Rahmenplan jährlich die Sportarten Leichtathletik und Geräteturnen gelehrt. Dabei steigen die Anforderungen von Jahr zu Jahr und auch die Disziplinen und Geräte wechseln. Weiterhin stehen verschiedene Sportspiele sowie Schwimmen auf dem Plan.
In den Grundkursen der Sekundarstufe II werden neben körperlicher Ertüchtigung auch theoretische Grundlagen einzelner Sportarten vermittelt. Ein wichtiges Element sportlicher Aktivität sind Wettkämpfe: Schulsportfeste, Triathlon, regionale Wettkämpfe. Sie sind für die Ausbildung von Persönlichkeiten entscheidend, weil hier viele wichtige Sekundärtugenden spielerisch erlernt und ausgeprägt werden können.


6.2 „Offene Schule“ – Ganztagsprogramm

Schule bedeutet für uns, einen sinnerfüllten Lebensraum zu schaffen. Deshalb streben wir in Zusammenarbeit mit allen am Schulleben Beteiligten sowie externen Kooperationspartnern mit dem Ganztagskonzept „Offene Schule“ eine Stärkung der Schulgemeinschaft an.

Wichtige Faktoren sehen wir in der Entwicklung von Sozialkompetenz, Toleranz und in der Zusammenarbeit mit Partnern, die das Gemeinwesen auf Hermannswerder gestalten helfen. Das Ziel der Öffnung der Schule in den Nachmittag hinein besteht darin, Gemeinschaft vor allem unter den Schülerinnen und Schülern zu stiften, da sie aufgrund des großen Einzugsbereiches außerhalb der Schule nur schwer persönliche Beziehungen untereinander pflegen können. Ferner bietet das Konzept noch bessere Möglichkeiten der Neigungs- und Leistungsdifferenzierung. Unser Anliegen ist es, unseren Kindern zur bestmöglichen Entfaltung ihrer Anlagen und Potentiale zu verhelfen – und dies nicht nur in kognitiver, sondern auch in seelischer, körperlicher und kultureller Hinsicht. In unserem Konzept bleiben Familien die wichtigsten Partner, die es zu stärken gilt; gleichzeitig werden die Erfordernisse des Familienalltags berücksichtigt.

Das Evangelische Gymnasium mit Internat will mehr bieten als Unterricht. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern wird für die Klassen 5 – 9 ein reichhaltiges Angebot unterbreitet, das eine qualifizierte Hausaufgabenbetreuung, Leistungs- und Neigungsdifferenzierung, Arbeitsgemeinschaften, die unser musisches Profil auch am Nachmittag erlebbar machen, sowie sportliche und handwerkliche Aktivitäten umfasst.

Die Teilnahme an der „Offenen Schule“ ist freiwillig. Bei der Anwahl der Angebote setzen die Schülerinnen und Schüler eigene Schwerpunkte.

Die Unterrichtszeiten der Klassenstufen 5 –9 umfassen den durch die brandenburgische Stundentafel vorgegebenen Zeitrahmen sowie die Pausenzeiten. Unsere Schule ist für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler an drei Tagen der Woche von 7.30 bis 16.00 Uhr offen. Ein 50-minütiges Mittagsband gibt Gelegenheit zur Entspannung. Dem schließen sich ein- oder zweistündige Angebote der „Offenen Schule“ an.


Montag
Dienstag
Mittwoch
 8.00-13.20
Unterricht
UnterrichtUnterricht
13.20-14.10
Mittagsband
MittagsbandMittagsband
14.10-15.00
1.Nachmittagsband
1.NachmittagsbandUnterricht
15.10-16.00
2.Nachmittagsband2.Nachmittagsband2.Nachmittagsband


Mittagsband


Im benachbarten Tagungshaus „BlauArt“, zugleich unsere Mensa, finden die Schülerinnen und Schüler eine moderne Einrichtung, in der täglich von 11.30 – 14.15 Uhr Schüleressen und Getränke angeboten werden. Der Schulhof bietet mit Spielfeldern, Schaukeln, Tischtennisplatten, einem offenen Festzelt sowie Sitz- und Liegemöglichkeiten vielfältig Gelegenheiten zu entspannen. Darüber hinaus befinden sich im Keller ein Tischtennis- und Kickerraum und im 3. Stock Ruhe- und Spielräume, die mit Büchern und Gesellschaftsspielen ausgestattet sind.

Hausaufgabenzeit


Von 14.10 Uhr bis 16.00 Uhr stehen zwei Hausaufgabenräume zur Verfügung, in denen eine Lehrerin/ein Lehrer sowie eine Internatserzieherin/ein Internatserzieher als Betreuer tätig sind. Die Schülerinnen und Schüler entscheiden selbständig, ob sie ihre Hausaufgaben im Gruppen- oder im Stillarbeitsraum anfertigen wollen. Sie finden dort zahlreiche Lexika, Wörterbücher und alle Lehrbücher vor; außerdem ist die Schulbibliothek im 1. Stock während beider Ganztagsbänder geöffnet. Hier hilft unsere Bibliothekarin bei Recherchen weiter. Die Ruheräume können für individuelles Lernen genutzt werden.


Förderzirkel


Förderzirkel sind ein von Pädagogen oder Kooperationspartnern betreutes Lernarrangement für besonders begabte und neugierige Schülerinnen und Schüler. Im Moment bieten wir einen Förderzirkel für diejenigen an, die sich besonders für die Naturwissenschaften interessieren. Auch die ständigen Angebote der Nachmittagsbänder (vor allem im musischen Bereich) bieten zusätzliche Möglichkeiten individueller Begabtenförderung.


Förderunterricht


Der Förderunterricht bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, in Kleingruppen arbeitend, Lerndefizite auszugleichen und schnellstmöglich Wissens- und Könnenslücken zu schließen. Er wird von Lehrern der Schule betreut. Unser Angebot umfasst Förderunterricht in Deutsch, Französisch, Latein, Englisch, Mathematik.


Arbeitsgemeinschaften


Die folgende Übersicht zeigt neben den Förderkursen Beispiele für das Angebot an weiteren Kursen und Arbeitsgemeinschaften:

Link zum Ganztag mit den Angeboten

6.3 Unterrichtsorganisation

In Bezug auf Leistungsbewertung, Versetzungsverfahren, Abschlussprüfungen und Fehlzeiten gelten die staatlichen Regelungen.


Zeitliche Struktur


In der Sekundarstufe I wird i. Allg. in Einzelstunden zu 45 Minuten unterrichtet. In der Sekundarstufe II wird in einem Doppelstundenblock (Grundkurs) bzw. zwei Doppelstundenblöcken (Leistungskurs) zu 90 Minuten und jeweils einer Einzelstunde unterrichtet. Der Unterricht beginnt planmäßig um 8 Uhr. Zu Wochenbeginn findet ein Gottesdienst bzw. eine Andacht statt. In den Klassenstufen 5 bis 10 steht wöchentlich eine Stunde zur Klärung klassenspezifischer Fragen zur Verfügung, die Klassenleiterstunde. Die Mittagspause beträgt einheitlich für die gesamte Schülerschaft 50 Minuten.


Stundentafeln Sekundarstufe I


Die Stundentafeln für die Regelklassen 7 und 8 sind an die Schulzeitverkürzung angepasst und durch die entsprechenden schulischen Gremien bestätigt. Für die anderen Klassen muss diese Anpassung noch erfolgen. Die Stundentafel für die Leistungs- und Begabungsklasse 5 ist durch die Lehrerkonferenz der Schule bestätigt. Die angegebenen Stundentafeln für die Leistungs- und Begabungsklassen 6 bis 10 dienen als Diskussionsgrundlagen und müssen in den kommenden Jahren durch die Lehrerkonferenz bestätigt werden.

Schulprogramm

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Schulprogramm


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Wahlpflichtbereich


Ab der Klassenstufe 9 müssen die Schülerinnen und Schüler ein Wahlpflichtfach anwählen. Neben den Sprachen Französisch und Griechisch (siehe Fremdsprachenfolge) wird ihnen Musik, Informatik und fächerverbindend Naturwissenschaft angeboten. (Letzteres bedeutet, dass eine komplexe Fragestellung unter dem Blickwinkel mehrerer Fächer, wie z. B. Geographie, Biologie und Astronomie betrachtet wird.)


Kursangebote Sekundarstufe II


In der Gymnasialen Oberstufe können die Schülerinnen und Schüler folgende Fächer im Leistungskurs- und Grundkursbereich wählen:

Leistungskursfächer


  • Sprachlich-literarisch-künstlerisches Aufgabenfeld:
      Deutsch, Latein, Englisch, Französisch, Musik
  • Gesellschaftswissenschaftliches Aufgabenfeld:
      Geschichte
  • Mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Aufgabenfeld:
      Mathematik, Biologie, Informatik

Grundkursfächer


  • Sprachlich-literarisch-künstlerisches Aufgabenfeld:
      Deutsch, Latein, Englisch, Französisch, Griechisch, Musik, Kunst, Darstellendes Spiel
  • Gesellschaftswissenschaftliches Aufgabenfeld:
      Geschichte, Religion, Philosophie, Geografie, Politische Bildung
  • Mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Aufgabenfeld:
      Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik
  • Weitere Fächer:
      Sport

6.4 Klassen für besonders begabte Schülerinnen und Schüler : Leistungs- und Begabungsklassen und Leistungsprofilklassen

Mit dem Schuljahr 2007/2008 beginnt im Rahmen der Brandenburger Begabungsförderung eine Leistungs- und Begabungsklasse (LuBK) mit musisch-künstlerischem Profil den Unterricht an unserem Gymnasium. Das Evangelische Gymnasium gehört zu den Schulen in Brandenburg, die einen solchen Schulzweig ab Klasse 5 einrichten konnten. Bereits seit 2001/2002 verfügt unsere Schule über Leistungsprofilklassen mit verkürzter Schulzeit, die nun als Modellversuch infolge der allgemeinen Schulzeitverkürzung allmählich auslaufen. Die Förderung besonders begabter Kinder ist also seit mehr als fünf Jahren einer unserer Schwerpunkte.
Die Lehrerinnen und Lehrer in den Leistungsprofilklassen verfügen inzwischen über reichhaltige Erfahrungen in diesem Bereich und bilden sich kontinuierlich fort, um die schulischen Bedingungen für Begabte weiter zu verbessern. Da das Interesse der Eltern an diesem Zweig stetig gestiegen ist, sehen wir uns in unserem Vorhaben bestärkt, diese schon eingeführte Stufe passend zu unserem Schulprofil weiterzuführen und zu entwickeln. Pädagogische Erkenntnisse zeigen zudem, dass eine musisch-künstlerische Ausbildung im Jugendalter Teamfähigkeit, Durchsetzungs- und Konfliktfähigkeit, aber auch Kreativität, Innovation und kognitive Kompetenzen gleichermaßen fördert.
Das musisch-künstlerische Profil der LuBK gliedert sich in die Bereiche Musik, Bildende Kunst und Darstellendes Spiel. Die drei Bereiche stehen untereinander und mit weiteren Lernbereichen in vielfältiger Beziehung.
Die Schülerinnen und Schüler der LuBK sollen nach unserem Ansatz die Gelegenheit bekommen, während der gesamten Schullaufbahn in verschiedenster Form mit den Mitteln des Darstellenden Spiels umzugehen. Damit wollen wir die Spielfähigkeit und -freude, die die Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule mitbringen, wachhalten und ausbauen. Von der 5. bis zur 8. Klasse werden Elemente des Faches Darstellendes Spiel über andere Unterrichtsfächer wie Deutsch, Fremdsprachen und Religion vermittelt. In der 8. Klasse nehmen alle Schüler des Jahrgangs an einem gemeinsamen Theaterprojekt teil. Darstellen und Gestalten steht den Schülern spätestens ab der 10. Klasse als Kurs zur Verfügung.
Der Stundengewinn im Fach Musik wird anfänglich (Klasse 5 und 6) zur Vertiefung der musikalischen Bildung genutzt, später aber bietet er auch Raum für eine individuelle instrumentale und gesangliche Ausbildung. Weiterhin steht Zeit im Ganztagsbereich dafür zur Verfügung, schon frühzeitig Instrumentalunterricht zu nehmen oder in der Bigband und im Chor (differenziert in Klasse 5-7 und 8-10) mitzuwirken.
Ab der Klasse 9 bieten wir im Wahlpflichtbereich den Schülerinnen und Schülern der LuBK Musik als einen von drei musisch-künstlerischen Kursen an. In der Oberstufe besteht die Möglichkeit, einen Leistungskurs Musik zu wählen, ihn mit der Teilnahme am Oberstufenchor zu verbinden und sich an musikalischen Projekten (z. B. oratorische Aufführungen, Orchesterwoche, musikalische Ausgestaltung von Gottesdiensten) zu beteiligen. Das letzte Beispiel weist darauf hin, dass auch fächerverbindende Aspekte starke Berücksichtigung finden werden.
Der ebenfalls mit mehr Stunden ausgestattete Kunstunterricht will Schülerinnen und Schüler einerseits dazu befähigen, sich in der Medienwelt zurechtzufinden, Gestaltungsabsichten zu erkennen und zu beurteilen und die Bedeutung visueller Botschaften in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu erfassen. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln dabei ihre Wahrnehmungsfähigkeit und erfahren, dass sowohl die Bildende Kunst als auch die Gestaltung der Umwelt in Architektur, Design und Medien von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen abhängen. Der Kunstunterricht befähigt die Schülerinnen und Schüler außerdem dazu, eigene gestalterische Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.
Die Andersartigkeit im Denken überdurchschnittlich begabter Kinder bringt es einerseits mit sich, dass in der Schule komplexe Stoffvernetzungen angeboten und erhöhte Abstraktionen ermöglicht werden, dass andererseits aber auch eine angemessene Erhöhung der Lerngeschwindigkeit gewährleistet ist. Dabei sind neben dem Förderprinzip der Akzeleration vor allem komplexe Vertiefungsprogramme – Enrichment – von besonderer Bedeutung.
Die Enrichment-Programme, die in der LuBK zum Tragen kommen, dienen allgemein der Differenzierung im Unterricht und umfassen Lerninhalte, die Themen des Lehrplanes vertiefen (vertikales Enrichment) oder erweitern (horizontales Enrichment). Wichtig ist uns, dass Enrichment nicht das Unterrichtsangebot ersetzt, sondern ergänzt.
Das Aufnahmeverfahren zur LuBK besteht aus drei verschiedenen Teilen, deren Zusammenwirken im Ergebnis die Aufnahmeentscheidung begründet. Alle Bewerberinnen und Bewerber absolvieren einen prognostischen Test, der die allgemeine schulische Begabung betrifft. Der zweite Teil, eine Eignungsfeststellung, ermöglicht es den Kindern, ihre künstlerisch-musischen Begabungen zu zeigen. Schließlich findet ein Aufnahmegespräch statt, das sich inhaltlich auf allgemeine Aspekte der Persönlichkeit und des Umfelds der Bewerber bezieht.

6.5 Aufnahmeverfahren und Schulabschlüsse

Aufnahmeverfahren


Das Aufnahmeverfahren in die 7. Klassen sieht eine direkte Bewerbung an unserem Gymnasium verbunden mit einem Aufnahmegespräch vor. Dieses Gespräch dient dazu, die Eltern und Kinder über unsere Schule zu informieren. Gleichzeitig möchten wir besonders die Kinder, aber auch die Eltern gern persönlich kennen lernen, sowie die Neigungen, Interessen und Fähigkeiten der Kinder etwas genauer erfassen. Besteht zugleich Interesse an einem Internatsplatz, so wird ein weiteres Gespräch mit unserem Internatsleiter vereinbart.
Von den Familien benötigt die Schule eine kurze, formlose Bewerbung mit der Angabe der zweiten Fremdsprache (Latein oder Französisch) und dem Hinweis, ob unser Gymnasium Erstwunsch (oder ggf. Zweitwunsch) ist und ob Interesse am Ganztagsangebot besteht (notwendige Anlagen: Kopie des Versetzungszeugnisses in die 6. Klasse; Kopie des Zeugnisses nach dem 1. Halbjahr der 6. Klasse; Grundschulgutachten). Bei Interesse können Schüler im November/Dezember einen „Schnuppertag“ am Evangelischen Gymnasium absolvieren. Ein Tag der offenen Tür informiert im Januar über die Schule.
Im April (nach den Osterferien) wird über die Aufnahme der Bewerber für die neuen 7. Klassen endgültig entschieden. Vom Ergebnis der Aufnahmekonferenz werden die Eltern umgehend schriftlich informiert und bei positiver Entscheidung um Unterzeichnung des Schulvertrages gebeten. Für die aufgenommenen Schüler und Eltern findet immer Anfang Juni in der Aula ein Informationsabend statt.
Die Aufnahme in die Oberstufe erfolgt nach einem entsprechenden Aufnahmegespräch mit dem Oberstufenkoordinator und bei Vorliegen der schulgesetzlichen Voraussetzungen (Zeugnisse).
Im Einzelfall sind Aufnahmen auch während des Schuljahres in allen Klassenstufen möglich. Zur Aufnahme in die Leistungs- und Begabungsklasse siehe Abschnitt 6.4. Schulabschlüsse

Entsprechend der derzeit gültigen Verordnung über die Bildungsgänge in der Sekundarstufe I können die Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Gymnasiums folgende Abschlüsse und Berechtigungen erreichen:


  • die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe
  • den Realschulabschluss/einen der Fachoberschulreife gleichgestellten Abschluss
  • einen der erweiterten Berufsbildungsreife/dem erweiterten Hauptschulabschluss gleichgestellten Abschluss
  • einen der Berufsbildungsreife / dem Hauptschulabschluss gleichgestellten Abschluss


Die Abschlüsse und Berechtigungen werden auf Grund eines Beschlusses der Klassenkonferenz vergeben, wenn die Schülerin bzw. der Schüler die geforderten Mindestbedingungen erfüllt.

Auf Grund der Regelungen der Verordnung über den Bildungsgang in der gymnasialen Oberstufe und über die Abiturprüfung können Schülerinnen und Schüler folgende Abschlüsse erwerben:


  • die allgemeine Hochschulreife
  • den schulischen Teil der Fachhochschulreife

7 Unterrichtsmethoden (Methodentrainingstage)


Im Rahmen unseres Schulprogramms spielt die Frage der Unterrichtsqualität als Fundament für selbständiges und lebenslanges Lernen eine große Rolle. Gewährleistet wird dies insbesondere durch die Ausbildung der Methodenkompetenz auf Seiten der Schülerinnen und Schüler (Lernstrategien) sowie Fortbildung auf Seiten des Lehrerkollegiums (Unterrichtsmethoden). Dabei ist es uns wichtig, dass Methodenkompetenz immer auch an konkrete fachliche Inhalte der jeweiligen Klassenstufe gebunden ist und oft zugleich eine Erweiterung der sozialen Kompetenz mit sich bringt.

Das Methoden-Curriculum soll uns bei der Umsetzung dieser Zielsetzung helfen. Dies bedeutet konkret:


  • Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I nehmen in jedem Schuljahr an bis zu 4 Methoden-Trainings-Tagen teil, an denen insbesondere Lern-, Erschließungs- und Visualisierungstechniken erarbeitet und angewandt werden.
  • Gleichzeitig vertiefen die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe an 4 Studientagen diese Methodenkenntnisse an abiturrelevanten Inhalten.
  • Im Unterricht werden die erworbenen Techniken vielfältig und fächerübergreifend angewandt.


Für das Kollegium bedeutet dieses Curriculum die kontinuierliche Erweiterung des Methoden-Repertoires durch interne Vernetzung und externe Fortbildungsmaßnahmen. Methodenvielfalt verbessert Lernmotivation!

Curriculum Methodentrainings- und Studientage(Beispiel) Klasse 0. Tag 1. Tag 2. Tag 3. Tag 4. Tag Datum 28.08.07 04.10.07 21.01.08 07.03.08 07.05.08 5 Hausaufgaben, Arbeitsplatz, Organisation, Hefter Zeitplanung Klassenarbeiten Effektives Üben Lerntypen Mentales Visualisieren Musischer Tag 6 Wiederholung: Auswahl Inhalte Klasse 5 Lesetechniken, Markieren / Strukturieren, Notizen Selbstüberprüfung Musischer Tag 7 Hausaufgaben, Arbeitsplatz, Organisation, Hefter, Lerntypen Zeitplanung Klassenarbeiten Lesetechniken, Markieren / Strukturieren, Notizen Effektives Üben Arbeit mit Nachschlagewerken, Informationsbeschaffung 8/7L Mindmapping, Brainstormtechniken Theaterprojekt Theaterprojekt Präsentation I 9 Besondere Lernleistung Präsentation II Berufsvorbereitungstag (BIZ/Eltern u.a.) Zeitmanagement 10 Vorbereitungstag Austauschfahrt Vorbereitung mündliche Prüfung 5. Komponente Projekttag Prüfungsvorbereitung Fremdsprachen Projekttag Prüfungsvorbereitung Deutsch Projekttag Prüfungsvorbereitung Mathe Ober-stufe Studientag Fremdsprachen Studientag Naturwissenschaften Studientag Mathematik Studientag Deutsch Gesellschaftswissenschaften



Schulprogramm


Abb. Curriculum Methodentrainings- und Studientage(Beispiel) .

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8 Unterrichtsbegleitende und ergänzende Schwerpunkte


8.1 Schulpraktika


8.1.1 Betriebspraktika


Das Betriebspraktikum ist eine Schulveranstaltung, die im Rahmen des Unterrichts für Politische Bildung und in Zusammenarbeit mit dem Deutschunterricht durchgeführt wird. Rechtliche Grundlage bilden die Sekundarstufe I-Verordnung und die Verwaltungsvorschrift Praxislernen. Alle Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse leisten dieses Praktikum gleichzeitig ab, in der Regel im 14-tägigen Zeitraum vor den Herbstferien. Dazu werden zu Beginn des 2. Halbjahres der Jahrgangsstufe 8 die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern über die Bedingungen des Schülerbetriebspraktikums informiert, so dass die Suche nach einem Praktikumsplatz starten kann.
Die Schülerinnen und Schüler werden während des Praktikums von einer von der Schule beauftragten Lehrkraft betreut und besucht. Deshalb stellen wir an die Ortswahl der Schülerinnen und Schüler den Anspruch, dass die Praktikumseinrichtung in der Regel nicht weiter als 15 km von der Schule entfernt liegen sollte. Praktika sollen nur in Ausnahmefällen in den Betrieben der Eltern geleistet werden. Der Betrieb muss einen festen Ansprechpartner für die Betreuung gewährleisten.
Die Schülerinnen und Schüler werden während des Praktikums Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeitsbereichen eines Betriebes sammeln und Informationen zu Berufsbildern erhalten, auch Betriebsteile besuchen, in denen sie nicht unmittelbar tätig sind.
Von der Schule erhalten sie im Unterricht vorbereitete Beobachtungsaufträge. Die Ergebnisse sind in einer Praktikumsmappe zu dokumentieren und werden im Unterricht abschließend vorgestellt und besprochen.


8.1.2 Diakonisches Praktikum - „Diakonie erleben“


Lernen außerhalb der schulischen Mauern, Wege zur praktizierten Nächstenliebe öffnen, das waren einige der Beweggründe für das Entstehen des Praktikums Diakonie erleben, das im Jahre 2005 eingerichtet wurde. Damit eröffnen sich den Schülerinnen und Schülern Begegnungs- und Kommunikationsmöglichkeiten mit Menschen in sozialdiakonischen Einrichtungen, wie z.B. Altenpflegeheimen, Kindertagesstätten und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen.
Im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 11 sind die Schülerinnen und Schüler wöchentlich 90 Minuten in einer frei wählbaren sozialen/diakonischen Einrichtung selbständig tätig. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements oder für das soziale Jahr/den Zivildienst kennenlernen und Einblicke in das Berufsbild sozialer Bereiche gewinnen. Eingebettet ist dieses Praktikum in den Religionsunterricht, der eine Unterrichtsstunde zur Verfügung stellt und das Praktikum inhaltlich begleitet. Nach erfolgreicher Reflexion und Durchführung des Praktikums verleihen wir den Schülerinnen und Schülern in einem feierlichen Festakt ein Zertifikat.


8.2 Schüleraustausch


Eine Woche bei einem europäischen Nachbarn

Alle Schülerinnen und Schülern unserer Schule nehmen in der 10. Klasse an einem Schüleraustausch teil.

Unser Gymnasium arbeitet mit vier Schulen im europäischen Ausland zusammen:

  • Evangelisches Gymnasium Ciescyn (Polen, seit 1991),
  • Dr. F. H. de Bruijne Lyzeum bzw. Amadeus-Lyceum in Utrecht (Niederlande, seit 1995)
  • Lycée Saint Vincent in Rennes (Frankreich, seit 2001)
  • Bromsgrove School bei Birmingham (England, seit 2002).


Die Fahrten finden im Herbst statt, in der Regel in der Woche vor den Herbstferien. Im Frühjahr sind dann die ausländischen Gäste für eine Woche zu Gast in Hermannswerder. Im Mittelpunkt der Fahrten steht nicht der Spracherwerb, sondern das Kennenlernen unserer europäischen Nachbarn, speziell des Schulwesens und des Alltags in den Gastfamilien. Gemeinsam mit den Austauschschülern werden Ausflüge gemacht, es wird an Projekten gearbeitet, zusammen Sport getrieben und gefeiert. Die erlernten Fremdsprachen finden ständig Anwendung, erfahrungsgemäß greift man besonders häufig auf Englisch als allen gemeinsame Sprache zurück. Die Schüler haben die Möglichkeit, Kontakte und Freundschaften zu knüpfen, die oft über die Zeit des Austausches hinausreichen.
Die Vor- und Nachbereitung des Austausches findet an zwei Projekttagen, in Klassenleiterstunden und im Fach Politische Bildung statt. Zur Vorbereitung der Fahrt nach Polen gehört ein Besuch des Hauses der Wannseekonferenz.
Das Programm der Austauschwoche im Herbst wird von unseren Partnerschulen gestaltet, wobei unsere Wünsche so weit wie möglich berücksichtigt werden. Unsere Schülerinnen und Schüler konnten in den letzten Jahren neben den Heimatstädten ihrer Austauschpartner Krakau, Breslau, Auschwitz, London, den Mont Saint Michel, Paris und Amsterdam besuchen.
Den Frühjahrsbesuch der Gäste bereiten die verantwortlichen Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit den Schülern vor.

Zwei bis zehn Monate in einem anderen Land

Eine Zeitlang in einem anderen Land zur Schule zu gehen ist eine einmalige Gelegenheit, schon während der Schulzeit Auslandserfahrungen zu sammeln. Das Erlernen einer Fremdsprache, das Kennenlernen anderer Lebens- und Denkweisen, die Entwicklung von Verständnis für andere Kulturen, die Fähigkeit, sich in einer anderen Gesellschaft selbständig zu bewegen - all das sind Kriterien, die einen Schulbesuch im Ausland auszeichnen. Unsere Schule fördert diese wichtige Erfahrung, berät und unterstützt bei der Wiedereingliederung nach der Rückkehr und ermöglicht Austauschpartnern aus anderen Ländern den Schulbesuch. Ausländische Schülerinnen und Schüler, die unsere Schule besuchen, werden besonders betreut.

Seit 2006 arbeiten wir mit der deutschen Schule in São Paulo (Brasilien) zusammen und hoffen, für einzelne interessierte Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse jedes Jahr einen mehrwöchigen Austausch anbieten zu können.

Seit mehreren Jahren nehmen Jugendliche unserer Schule, die mindestens zwei Jahre Französischunterricht hatten, an den Austauschprogrammen „Brigitte Sauzay“ (3 Monate) und „Voltaire“ (6 Monate) teil, die finanziell vom Deutsch-französischen Jugendwerk unterstützt werden. Die Französischlehrerinnen und -lehrer helfen beim Finden eines Austauschpartners und fungieren als Ansprechpartner für die französischen Gäste.



8.3 Schulfahrten


Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I gehen mehrmals auf große Fahrt, um die Klassengemeinschaft zu festigen und sich in wechselnden Umgebungen zu orientieren. Die Klassen 5 und 7 starten am Schuljahresbeginn zu einer einwöchigen Kennenlernfahrt in eine Jugendherberge und erleben sich dort erstmals als Gruppe. Auch in der 6. Klasse findet eine solche Fahrt statt, die dazu genutzt werden kann, die bereits bestehenden Strukturen weiter zu entwickeln und eventuelle Konflikte gemeinsam zu bearbeiten.
In der 8. Klasse findet das große fächerübergreifende Theaterprojekt statt, das seinerseits viele soziale Lernziele umgreift, so dass hier keine Klassenfahrt vorgesehen ist.
Große Begeisterung löst die Segelfahrt aus, die das 9. Schuljahr abschließt. Sie ist besonders geeignet, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln und die Übernahme gegenseitiger Verantwortung zu fördern.
Die Sekundarstufe I findet mit den differenzierten Austauschfahrten in Klasse 10 ihren Abschluss und Höhepunkt. Für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II sind im ersten Jahr der Qualifikationsphase einwöchige Kursfahrten vorgesehen, die in ganz besonderer Weise geeignet sind, die bereits erworbenen sprachlichen und kulturellen Kompetenzen zu verwirklichen. Die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer werden auf verantwortliche Weise in die Vorbereitung und die Gestaltung der Unternehmung mit einbezogen. Reiseziele der letzten Jahre waren Rom, Dublin, Israel, Südfrankreich, Petersburg, Budapest, Sizilien sowie Südtirol (Skifahrt).


8.4 Theaterprojekt


Ein großer Teil des 8. Schuljahres ist der gemeinsamen Arbeit am Theaterprojekt gewidmet. Hier wird die 7. Klasse der LuBK integriert. Beabsichtigt ist hierbei nicht nur der Projektcharakter vorbereitenden Unterrichts, sondern auch die Mischung mit den übrigen Klassen desselben Jahrgangs, die sich ganz an der thematischen Besonderheit der Aufgaben (Bühnenbild, Regie, Kostüm, Bühnenmusik, …) orientiert und so den sozialen Blickwinkel der Schülerinnen und Schüler erweitert und zugleich ihre besonderen Talente anspricht. Die 8. Klassen erarbeiten über das Schuljahr hinweg ein selbstgewähltes Theaterstück und bringen es im Frühjahr zur Aufführung. Die Jugendlichen lernen dabei innerhalb und außerhalb des regulären Unterrichts alle Bereiche des Theaterspielens kennen. Dabei ist uns die Mitentscheidung und zunehmende Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler wichtig: von der Stückauswahl über Regieanteile, Bühnen- und Kostümgestaltung bis zur Musik.
Im Zusammenhang mit der Einrichtung einer LuBK wird das Projekt organisatorisch weiterentwickelt. So wird es im ersten Halbjahr am Vormittag eine Doppelstunde geben, die der Projektarbeit gehört. Sie speist sich zu einer Hälfte aus dem Stundenkontingent des Faches Deutsch, das eng mit dem Theater verknüpft die Vorbereitung auch unter dem Aspekt des eigenen Unterrichts begleitet, und aus dem des Faches Sport (je 0,5 Std.). Hinzu kommen eine Projektwoche und drei Projekttage unmittelbar vor der Aufführung.


8.5 Schülerzeitung


Seit zehn Jahren gibt es an unserer Schule die Schülerzeitung „tornowgraph“, die viermal im Jahr in einer Auflagenhöhe von 300 Exemplaren erscheint und jedes Mal restlos ausverkauft ist. Das liegt in erster Linie an der Machart der Zeitung, deren Redaktion, Layout und Finanzierung fest in Schülerhand liegen. Im „tornowgraph“ („Tornow“ hieß früher einmal die Halbinsel, auf der die Schule liegt) äußern sich die Schüler und Schülerinnen frei und niveauvoll zu allen schulischen Themen.
Mehrfach ist der „tornowgraph“ ausgezeichnet worden: 2005 als beste Schülerzeitung des Landes Brandenburg, 2007 hat sich dieser Erfolg wiederholt. In der Laudatio hob die Jury das gute Layout sowie die Verbundenheit zwischen Schülern - Schule - Lehrern besonders hervor.


9 Kulturelles und sportliches Leben


Feste sind ein unverzichtbarer Bestandteil eines harmonischen schulischen Lebens. Sie stellen einerseits eine willkommene Unterbrechung des schulischen Alltags dar und fördern andererseits die Identifikationsbereitschaft aller Lehrenden und Lernenden mit ihrer Schule. Der Schülervertretung kommt in diesem Zusammenhang eine wichtige koordinierende Aufgabe zu, indem sie jahrgangsübergreifende Aktivitäten plant und somit hilft, die altersspezifischen Interessen und Neigungen zu berücksichtigen. Sie organisiert in Zusammenarbeit mit dem Vertrauenslehrer bzw. der Vertrauenslehrerin das Schulfest bzw. den Weihnachtsball und lädt alle Schülerinnen und Schüler ein, am traditionellen Wichteln in der Adventszeit teilzunehmen.
Von besonderer Bedeutung für die Außendarstellung unserer Schule ist der Tag der offenen Tür im Januar, an dessen Gestaltung sich Schüler- und Lehrerschaft gleichermaßen beteiligen.

Singen und Musizieren prägen das Leben und Lernen an unserer Schule. Gesungen und musiziert wird nicht nur im Unterricht oder in den regulären Schulgottesdiensten, sondern vor allem in den beiden Chören der Sekundarstufe I (Klasse 5-7 bzw. Klasse 8-10) und im Chor der Sekundarstufe II. Letzterer, zu dem ca. 70 Schülerinnen und Schüler zählen, besitzt ein hohes künstlerisches Niveau und strahlt mit seinen Konzerten weit über die Schulgrenzen hinaus. Einladungen in die Staatskanzlei und in den Landtag Brandenburg sowie ins Bundespräsidialamt zeugen vom guten Ruf dieses Ensembles. Einmal im Jahr geht der Sek.II-Chor auf eine einwöchige Konzertreise und wählt als Ziel dabei ganz absichtlich Regionen, die kirchenmusikalisch nicht sehr reich gesegnet sind. Auch für die Chöre der Sekundarstufe I zählen zwei Chorlager zu den besonderen Erlebnissen der Sängerinnen und Sänger.
In der regelmäßig stattfindenden „Berliner Dom-Nacht“ sowie in den traditionellen Schuljahresabschlusskonzerten wirken alle drei Chöre vereint mit. Darüber hinaus wird i.d.R. in jedem Schuljahr eine oratorische Aufführung vorbereitet. Diese Projektchorproben, an denen sich nicht nur Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen, sondern auch viele Ehemalige, Eltern, Mitarbeiter sowie Musik liebende Freunde unserer Schule beteiligen, finden ausschließlich an den Wochenenden statt. 2007 gelangten Mozarts „Requiem“, 2006 Bachs „Johannes-Passion“ zur Aufführung und in den Jahren zuvor setzten u.a. Joseph Haydns „Schöpfung“, Händels „Messias“ und mehrfach Bachs „Weihnachtsoratorium“ eindrucksvolle kirchenmusikalische Akzente. Mit Stolz kann gesagt werden, dass ein Fünftel unserer Schüler bzw. Schülerinnen in einem der genannten Chöre mitwirkt. Ein weiterer musikalischer Höhepunkt unseres Schuljahres ist der Kammermusikabend. Von den Fachlehrerinnen und lehrern vorbereitet, begeistert er Beteiligte wie Zuhörer gleichermaßen und wirkt über den Rahmen unserer Schulgemeinschaft hinaus.
Unsere Musiker und Musikerinnen beteiligen sich auch an der musikalischen Umrahmung des Lesefestes, in dem der alljährlich vom Fachbereich Deutsch organisierte Lesewettbewerb gipfelt.

Öffentliche Theateraufführungen gehören inzwischen zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens unserer Schule. Zuerst ist hier das Projektstück der Jahrgangsstufe 8 zu nennen (das Produkt einer halbjährigen intensiven Projektarbeit), an dem die Klassengemeinschaften, mehrere Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Eltern beteiligt sind.
Die Kurse des Darstellenden Spiels bringen Jahr für Jahr Erstaunliches auf die Bühne und ein kleines Lehrertheater stellt sich ebenfalls regelmäßig der Öffentlichkeit.

Auch im sportlichen Bereich bietet das Schuljahr zahlreiche besondere Ereignisse. Dazu zählen das jährliche Sportfest (Bundesjugendspiele), der Hermannswerderaner Triathlon, zu dem andere Schulmannschaften eingeladen werden, und der Hermannswerder Cup, ein Fußballturnier, das zwischen den Schülerinnen und Schülern der verschiedenen Klassen bzw. Jahrgangsstufen ausgetragen wird. Weiterhin beteiligen sich Schulmannschaften in den Disziplinen Hockey, Rudern, Drachenbootfahren und beim City-Lauf an regionalen und überregionalen Wettkämpfen.

Nicht nur im Sport ist die Teilnahme an Wettbewerben ein wichtiges Element der individuellen Förderung und der Schulkultur. In vielen Fächern begleiten wir die Teilnahme unserer Schüler an bundes- oder landesweiten Wettbewerben, in denen sie über den Fachunterricht hinaus ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können.
So haben unsere Schüler u. a. am Lesewettbewerb des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, an den Fremdsprachenwettbewerben, am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, an den Mathematikolympiaden und am Känguru-Wettbewerb der jungen Mathematiker oder bei „Jugend debattiert“ teilgenommen. Des Öfteren erreichten Schüler des Evangelischen Gymnasiums dabei herausragende Platzierungen, etwa den 2. Platz im Landesausscheid von „National-Geographic-Wissen 2007“, den Landessieg im Europäischen Wettbewerb 2006 „Vielfalt entdecken - Partnerschaft leben“ oder mehrfache Landes- und Bundespreise beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen in Englisch und Französisch.

Mehrmals im Schuljahr findet die Veranstaltungsreihe Hermannswerderaner Abend statt, die es Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ermöglicht, mit der Schüler- und Lehrerschaft sowie mit Eltern ins Gespräch zu kommen.

Jedes Schuljahr kulminiert im Fest für die Abiturienten, das mit einem Gottesdienst und der feierlichen Zeugnisausgabe beginnt, mit der Aufführung des Theaterstücks, das der Jahrgang 12 für die Abiturienten spielt, seine Fortsetzung findet und im Abiturball gipfelt. Für die restlichen Jahrgänge endet das Schuljahr ebenfalls festlich mit dem Chorkonzert in der Inselkirche und dem anschließenden Sommerfest des Fördervereins.

Es ist wichtig, dass das gesamte Schuljahr solche Höhepunkte aufzuweisen hat und von daher aktivierende Impulse empfängt. So kann sich eine entspanntere, lebensfrohe und kulturell anspruchsvolle Atmosphäre entwickeln, die sich letztlich auch positiv auf die Lernmotivation auswirkt.



10 Schulische Gremien der Mitwirkung


Das Zusammenleben der am Schulleben beteiligten Gruppen regelt eine Mitwirkungsordnung der Hoffbauer gGmbH, die sich an den pädagogischen Zielen des Trägers orientiert. Am Evangelischen Gymnasium gibt es folgende Gremien im Sinne dieser Mitwirkungsordnung:

  • Die Eltern einer Klasse bzw. einer Jahrgangsstufe der Oberstufe kommen in bestimmten Abständen in Elternversammlungen zusammen. Die von diesem Gremium gewählten Elternvertreter beraten und tauschen sich regelmäßig in der Elternkonferenz aus, die die schulischen Interessen der Eltern vertritt.
  • Die Schülerinnen und Schüler einer Klasse wählen je zwei Klassensprecher (bzw. die Schülerinnen und Schüler einer Jahrgangsstufe wählen für jeweils fünfundzwanzig Schüler zwei Jahrgangssprecher), die in einer Konferenz der Schülerinnen und Schüler zusammen kommen, in der die schulischen Interessen dieser Gruppe vertreten werden und ihre Beteiligung an allen wichtigen Vorgängen der Schule koordiniert wird. Dieses Gremium wählt aus der Mitte einen Schülersprecher der Schule und ein oder zwei Stellvertreter, außerdem eine Lehrkraft als Vertrauenslehrer bzw. –lehrerin und eine als Stellvertreter/Stellvertreterin, die die Schülerinnen und Schüler in der Ausübung der Mitwirkungsrechte unterstützen.
  • Die Konferenz der Lehrkräfte berät und entscheidet über die fachliche und pädagogische Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule, insbesondere über die didaktische und methodische Unterrichtsgestaltung (z. B. Erprobung und Durchführung besonderer Unterrichtsformen, Grundsätze zur Vergabe der Hausaufgaben, Bewertung der Lernentwicklung sowie Leistungsbeurteilung).
  • Den Fachkonferenzen obliegen alle Entscheidungen bezüglich der das Fach oder die Fachrichtung betreffenden Angelegenheiten (Rahmenlehrplan, Schulbücher usw.). Ihnen gehören neben den Fachlehrern jeweils zwei von der Eltern- bzw. von der Schülerkonferenz entsandte Eltern- bzw. Schülervertreter an.
  • Die Klassenkonferenz bzw. Jahrgangsstufenkonferenz, in der alle Lehrerinnen und Lehrer einer Klasse bzw. einer Jahrgangsstufe zusammen kommen, berät und beschließt über Fragen der Unterrichts- und Erziehungsarbeit in der Klasse bzw. Jahrgangsstufe.
  • Die Schulkonferenz (bestehend aus dem Schulleiter, drei Vertretern der Lehrkräfte, vier Vertretern der Konferenz der Schüler, vier Vertretern der Elternkonferenz, dem Internatsleiter und mehreren beratenden Mitgliedern) entscheidet bzw. berät über alle wichtigen Angelegenheiten der Schule (so z. B. Grundsätze für die Zusammenarbeit von Eltern, Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und dem sonstigen Personal der Schule, Schulordnung, Durchführung besonderer schulischer Veranstaltungen), sofern sie nicht die Unterrichts- und Erziehungsarbeit im engeren Sinne betreffen. Sie vermittelt bei Meinungsverschiedenheiten und kann gegenüber den anderen Konferenzen und Gremien Empfehlungen abgeben.

Weitere Interessenvertretungen:

Die Mitarbeitervertretung (MAV) hat die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Schule zu fördern und deren Probleme und Interessen bei der Dienststellenleitung bzw. der Geschäftsführung der Hoffbauer gGmbH zu vertreten. Der Lehrerrat (bestehend aus 3 bis 5 an der Schule tätigen Lehrkräften) wird von der Lehrerkonferenz für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt. Der Lehrerrat berät die Schulleitung in solchen Angelegenheiten der Lehrkräfte und der Lehrerkonferenz, die im weiteren Sinne mit Arbeitsabläufen an der Schule und mit der Kommunikation zwischen Kollegium und Schulleitung zu tun haben.



11 Kooperationen


11.1 Kooperationspartner


Kooperationen haben in unserem Konzept einer „offenen“ Schule mit Ganztagsangebot eine besondere Bedeutung. Sie holen einerseits Erfahrungen und Kompetenzen von außen in die Schule hinein, sie bieten andererseits den Schülerinnen und Schülern durch die Einbeziehung außerschulischer Lernorte eine Verbindung zur Berufs- und Lebenswelt. Zwischen dem Evangelischen Gymnasium und folgenden Institutionen bzw. Vereinen bestehen zur Zeit Kooperationsvereinbarungen, auf deren Basis eine Vielfalt der Öffnung der Schule in das Umfeld ermöglicht wird.

Mit der Universität Potsdam existiert eine enge Zusammenarbeit im Bereich der Lehreraus- und weiterbildung. Das findet seinen konkreten Ausdruck in den schulpraktischen Übungen der Lehramtsstudenten, bei den psychodiagnostischen Praktika wie auch bei der Betreuung einer Vielzahl von Referendaren. Die einzelnen Fächer nutzen die an der Universität vorhandene Kompetenz zu ergänzenden Angeboten im Unterricht. Auch die Möglichkeiten der anderen wissenschaftlichen Einrichtungen im Raum Berlin und Potsdam (weitere Universitäten, Fachhochschulen, Max-Planck- und Helmholtz-Institute) werden von den einzelnen Fachkolleginnen und kollegen genutzt.

Vor allem für das Fach Geschichte bietet die Zusammenarbeit mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte die Möglichkeit, außerschulische Lernorte zu erschließen und museumspädagogische Kompetenz in den Unterricht zu integrieren.

Der Biotechnologieverbund Berlin-Brandenburg e.V., zu dem auch Einrichtungen auf der Insel Hermannswerder gehören, ist ein wichtiger Partner, um durch Vorträge und Praktika die Verbindung von naturwissenschaftlichem Unterricht und anwendungsorientierter Forschung für Schüler deutlich und erfahrbar zu machen.

Die Musikschule Bertheau und Morgenstern bietet für unsere Schülerinnen und Schüler Instrumentalausbildung im Haus des Gymnasiums an. Damit werden vor allem der „Offene Ganztag“ und der inhaltliche Schwerpunkt der Begabungsklasse unterstützt.

Im Schulsportverein Hermannswerder e.V. sind alle Schülerinnen und Schüler organisiert, die eines der über den Unterricht hinausgehenden Sportangebote nutzen. Große Tradition hat dabei das Rudern, neuerdings durch Drachenbootfahren ergänzt, aber auch in anderen Sportarten ist der Schulsportverein erfolgreich (z. B. Hockey).

Die Kooperation mit dem Potsdamer Segelsportverein ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern eine Ausübung dieser Sportart, die mit der Schule eng koordiniert wird.

Durch die Zusammenarbeit mit der Potsdamer Sportunion 04 können wir die nahegelegenen Sportanlagen für unseren Sportunterricht nutzen. Außerdem wird die Hockey-Gruppe des Sportvereins der Schule unterstützt.

Mit der Kirchengemeinde Hermannswerder verbindet uns das gemeinsame Bekenntnis zu Jesus Christus. Organisatorisch zeigt sich das bei der Gestaltung von Höhepunkten im Kirchenjahr, wie z. B. gemeinsamer Gottesdienste. Für die Schulgottesdienste und andere wichtige Anlässe können wir die Inselkirche nutzen. Durch die Kirchgemeinde wird ein Konfirmandenunterricht angeboten, der auch von Schülern unseres Gymnasiums genutzt wird.

Das Altenplegeheim „Hertha von Zedlitz“ und andere Einrichtungen der Diakoniegesellschaft Hermannswerder ermöglichen uns eine schulnahe Organisation der Plätze für das diakonische Praktikum der 11. Klassen.

Weiterhin besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Ortsgruppe Potsdam e.V. und der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., die uns bei der Aus- und Weiterbildung unseres Schulsanitäterteams unterstützt.



11.2 Förderverein und Alumniarbeit


Seit 1992 gibt es einen gemeinnützigen Förderverein für das Evangelische Gymnasium. Zur Zeit zählt er über 200 Mitglieder. Dabei handelt es sich um Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und ehemalige Schülerinnen und Schüler. Die Mitgliedschaft soll dahingehend entwickelt werden, dass der Anteil ehemaliger Schüler ständig steigt. Der Förderverein versteht sich als Gesprächspartner der verschiedenen Leitungsgremien der Schule; die allseitige Entwicklung und Förderung des Gymnasiums sind ihm eine Herzenssache. Er hat es sich zur besonderen Aufgabe gemacht, spezielle Ausstattungsvorhaben des Gymnasiums und des Internats finanziell zu unterstützen. So konnten u. a. der Kauf eines Konzertflügels, die Umgestaltung des Schulhofs, die Anlage eines Beachvolleyballfeldes und die Anschaffung eines Drachenbootes realisiert werden.
Der Schule ist es ein großes Anliegen, auch den Kontakt zu allen ehemaligen Schülerinnen und Schülern zu pflegen. Zu diesem Zweck organisiert der Förderverein in Zusammenarbeit mit dem Schulträger regelmäßige Treffen, die nicht nur der Wiederbegegnungs- und Erinnerungskultur dienen sollen, sondern ferner den Aufbau eines Netzwerkes von ehemaligen und gegenwärtigen Schülern zum Ziel haben, das berufliche Entscheidungen und Entwicklungen fördern kann.


12 Evaluation und Fortschreibung des Programms


Gelingende Schulentwicklung bedeutet immer regelmäßige Evaluation und Fortschreibung des Programms.
Grundsätzlich muss zwischen externer und interner Evaluation unterschieden werden. Die externe Evaluation dient dazu, die Standards für die Schule zu sichern und die Qualität von Schulorganisation und Schulleben, von Unterricht und Erziehung insgesamt zu gewährleisten. Interne Evaluation dagegen, also die Qualitätssicherung und –verbesserung des schulischen Angebots, liegt in den Händen der Schulleitung und des Lehrerkollegiums unserer Schule und ist uns ein ebenso wichtiges Anliegen, weil hier die Schwerpunkte und Spezifika unseres Schulprogramms in den Blick genommen werden können. Ausgangspunkt der bisherigen internen Evaluation ist die Zusammenstellung von Daten, die auf der Ebene der Fachkonferenzen, der Schulleitung und des Schulträgers sowie des Schulamtes erhoben werden:

  • vergleichende Auswertung von Ergebnissen des Abiturs und der Prüfungen zum Abschluss der 10. Klasse auf Schul- und Landesebene;
  • Leistungsmessungen in Form von schriftlichen Klassenarbeiten verbunden mit einer individuellen Rückmeldung an die Schülerinnen und Schüler zum eigenen Leistungsstand;
  • jahrgangsbezogene Auswertung von Vergleichsarbeiten;
  • Erhebung von Eingangsvoraussetzungen beim Übergang von der Grundschule ins Gymnasium;
  • Erhebungen über den Ausfall von Unterricht, über Vertretungsunterricht und Eigenarbeit;
  • Evaluierung von Austauschfahrten und Studienfahrten.


Darüber hinaus soll die Evaluation schrittweise ausgebaut werden und sich am Profil unserer Schule und an den wichtigsten Punkten des Schulprogramms orientieren. Folgende Ziele bzw. Bereiche wollen wir zukünftig evaluieren:

  • Förderung der alten und neuen Sprachen,
  • Förderung der musischen Fächer,
  • „Offene Schule“ – Ganztagsprogramm,
  • Diakonisches Praktikum,
  • Methodentraining,
  • Begabungsförderung.

Außerdem streben wir in folgenden Bereichen eine Evaluation an:

  • Ausprägung des evangelisches Profils,
  • Kooperation von Lehrkräften/Teamarbeit.


Im Vordergrund werden zunächst Erhebungen mit Hilfe von Fragebögen (Schüler- und Lehrerbefragungen) stehen. Bezüglich des Methodentrainings soll z. B. mittels Fragebögen untersucht werden, in welchem Umfang die Methoden wie Visualisieren, Lesetechniken, Mindmapping u. ä. (vgl. Kap. 7) im normalen Unterricht tatsächlich eingesetzt werden. In bestimmten Fällen können ggf. standardisierte und international anerkannte Verfahren genutzt werden.

Die Fortschreibung des Schulprogramms ist ein offener Prozess, der durch alle an der Schule beteiligten Gruppen mitgestaltet wird. Wichtige Erkenntnisse werden wir erst aus den Evaluationsergebnissen ziehen können. Dennoch zeichnen sich bereits bestimmte Handlungsfelder für die Weiterentwicklung des Programms ab.
Die im Leitbild formulierten Leitsätze müssen für die tägliche Arbeit durch die einzelnen Fachgruppen, das Internat und die technischen Bereiche weiter in konkrete Handlungsziele umgesetzt werden.
Die einzelnen Fächer bzw. Fächergruppen werden ihren spezifischen Beitrag zur Stärkung und Entwicklung der einzelnen Schwerpunkte unseres Profils noch weiter ausarbeiten bzw. präzisieren.
Trotz der Reduktion der Schulzeit auf 12 Jahre und der damit verbundenen neuen Anforderungen wollen wir unser pädagogisches Konzept beibehalten, insbesondere die Anstrengungen zur Förderung der Lernkompetenz und zur Stärkung der sozialen Fähigkeiten. Auch die Vielfalt unserer Schulkultur im Ganzen gilt es zu bewahren und weiter auszugestalten.
Die Förderung besonderer Begabungen ist umfassend zu entwickeln. Hier bedarf die Einführung der neuen Klassen für Leistungs- und Begabungsförderung unserer Aufmerksamkeit hinsichtlich der Schärfung ihres Profils. In diesem Rahmen ist z.B. dem methodischen Ansatz der Frei- und Projektarbeit besondere Beachtung zu schenken.

Ziele, Methoden und Instrumentarium der Evaluation müssen genauer bestimmt und verfeinert werden. Dafür ist auch ein schulinterner organisatorischer Rahmen zu schaffen.



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