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Leistungs und Begabungsklassen

Mit dem Schuljahr 2007/2008 beginnt im Rahmen der Brandenburger Begabungsförderung eine Leistungs- und Begabungsklasse (LuBK) mit musisch-künstlerischem Profil den Unterricht an unserem Gymnasium. Das Evangelische Gymnasium gehört zu den Schulen in Brandenburg, die einen solchen Schulzweig ab Klasse 5 einrichten konnten. Bereits seit 2001/2002 verfügt unsere Schule über Leistungsprofilklassen mit verkürzter Schulzeit, die nun als Modellversuch infolge der allgemeinen Schulzeitverkürzung allmählich auslaufen. Die Förderung besonders begabter Kinder ist also seit mehr als fünf Jahren einer unserer Schwerpunkte.
Die Lehrerinnen und Lehrer in den Leistungsprofilklassen verfügen inzwischen über reichhaltige Erfahrungen in diesem Bereich und bilden sich kontinuierlich fort, um die schulischen Bedingungen für Begabte weiter zu verbessern. Da das Interesse der Eltern an diesem Zweig stetig gestiegen ist, sehen wir uns in unserem Vorhaben bestärkt, diese schon eingeführte Stufe passend zu unserem Schulprofil weiterzuführen und zu entwickeln. Pädagogische Erkenntnisse zeigen zudem, dass eine musisch-künstlerische Ausbildung im Jugendalter Teamfähigkeit, Durchsetzungs- und Konfliktfähigkeit, aber auch Kreativität, Innovation und kognitive Kompetenzen gleichermaßen fördert.
Das musisch-künstlerische Profil der LuBK gliedert sich in die Bereiche Musik, Bildende Kunst und Darstellendes Spiel. Die drei Bereiche stehen untereinander und mit weiteren Lernbereichen in vielfältiger Beziehung.
Die Schülerinnen und Schüler der LuBK sollen nach unserem Ansatz die Gelegenheit bekommen, während der gesamten Schullaufbahn in verschiedenster Form mit den Mitteln des Darstellenden Spiels umzugehen. Damit wollen wir die Spielfähigkeit und -freude, die die Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule mitbringen, wachhalten und ausbauen. Von der 5. bis zur 8. Klasse werden Elemente des Faches Darstellendes Spiel über andere Unterrichtsfächer wie Deutsch, Fremdsprachen und Religion vermittelt. In der 8. Klasse nehmen alle Schüler des Jahrgangs an einem gemeinsamen Theaterprojekt teil. Darstellen und Gestalten steht den Schülern spätestens ab der 10. Klasse als Kurs zur Verfügung.
Der Stundengewinn im Fach Musik wird anfänglich (Klasse 5 und 6) zur Vertiefung der musikalischen Bildung genutzt, später aber bietet er auch Raum für eine individuelle instrumentale und gesangliche Ausbildung. Weiterhin steht Zeit im Ganztagsbereich dafür zur Verfügung, schon frühzeitig Instrumentalunterricht zu nehmen oder in der Bigband und im Chor (differenziert in Klasse 5-7 und 8-10) mitzuwirken.
Ab der Klasse 9 bieten wir im Wahlpflichtbereich den Schülerinnen und Schülern der LuBK Musik als einen von drei musisch-künstlerischen Kursen an. In der Oberstufe besteht die Möglichkeit, einen Leistungskurs Musik zu wählen, ihn mit der Teilnahme am Oberstufenchor zu verbinden und sich an musikalischen Projekten (z. B. oratorische Aufführungen, Orchesterwoche, musikalische Ausgestaltung von Gottesdiensten) zu beteiligen. Das letzte Beispiel weist darauf hin, dass auch fächerverbindende Aspekte starke Berücksichtigung finden werden.
Der ebenfalls mit mehr Stunden ausgestattete Kunstunterricht will Schülerinnen und Schüler einerseits dazu befähigen, sich in der Medienwelt zurechtzufinden, Gestaltungsabsichten zu erkennen und zu beurteilen und die Bedeutung visueller Botschaften in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu erfassen. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln dabei ihre Wahrnehmungsfähigkeit und erfahren, dass sowohl die Bildende Kunst als auch die Gestaltung der Umwelt in Architektur, Design und Medien von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen abhängen. Der Kunstunterricht befähigt die Schülerinnen und Schüler außerdem dazu, eigene gestalterische Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.
Die Andersartigkeit im Denken überdurchschnittlich begabter Kinder bringt es einerseits mit sich, dass in der Schule komplexe Stoffvernetzungen angeboten und erhöhte Abstraktionen ermöglicht werden, dass andererseits aber auch eine angemessene Erhöhung der Lerngeschwindigkeit gewährleistet ist. Dabei sind neben dem Förderprinzip der Akzeleration vor allem komplexe Vertiefungsprogramme – Enrichment – von besonderer Bedeutung.
Die Enrichment-Programme, die in der LuBK zum Tragen kommen, dienen allgemein der Differenzierung im Unterricht und umfassen Lerninhalte, die Themen des Lehrplanes vertiefen (vertikales Enrichment) oder erweitern (horizontales Enrichment). Wichtig ist uns, dass Enrichment nicht das Unterrichtsangebot ersetzt, sondern ergänzt.
Das Aufnahmeverfahren zur LuBK besteht aus drei verschiedenen Teilen, deren Zusammenwirken im Ergebnis die Aufnahmeentscheidung begründet. Alle Bewerberinnen und Bewerber absolvieren einen prognostischen Test, der die allgemeine schulische Begabung betrifft. Der zweite Teil, eine Eignungsfeststellung, ermöglicht es den Kindern, ihre künstlerisch-musischen Begabungen zu zeigen. Schließlich findet ein Aufnahmegespräch statt, das sich inhaltlich auf allgemeine Aspekte der Persönlichkeit und des Umfelds der Bewerber bezieht.

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